„TIME-OUT – Wir stoppen, was nicht ins Spiel gehört“

  08.10.2026    Allgemein BWHV
Der Baden-Württembergische Handball-Verband e.V. stellt sein Gewaltpräventions- und Schutzkonzept für Kinder, Jugendliche und Erwachsene vor.

Mit dem Leitmotiv „TIME-OUT – Wir stoppen, was nicht ins Spiel gehört“ macht der Baden-Württembergische Handball-Verband e.V. (BWHV) deutlich: Wo Menschen gemeinsam Handballsport betreiben, Gemeinschaft erleben und sich haupt- oder ehrenamtlich engagieren, soll dies in einem möglichst sicheren und geschützten Rahmen geschehen.

Das Gewaltpräventions- und Schutzkonzept beschreibt die Haltung, Ziele und verbindlichen Standards, die der BWHV für den Umgang miteinander festlegt.

„Wir verstehen das Schutzkonzept nicht als ein Dokument, das jetzt in der Schublade verschwindet, sondern als Gemeinschaftsaufgabe aller im Verband Beteiligten. Das im Handballspiel bekannte TIME-OUT-Zeichen des Schiedsrichters wird dabei zum symbolischen Leitmotiv: Wenn etwas nicht ins Spiel gehört, schauen wir nicht weg. Wir unterbrechen, sprechen darüber, handeln und übernehmen Verantwortung. Betroffene finden bei uns Gehör und werden unterstützt. Denn der Handballsport kann seine Kraft nur dann entfalten, wenn er sicher, respektvoll und frei von Grenzverletzungen und Gewalt ist“, erläutert BWHV-Präsident Peter Knapp.

Schutz und Prävention für alle

Das Gewaltpräventions- und Schutzkonzept richtet sich an alle Menschen im Verband – unabhängig von Alter, Funktion oder Rolle.

Denn interpersonale Gewalt – dazu zählen physische, psychische und sexualisierte Gewalt sowie Vernachlässigung – kann Menschen jeden Alters betreffen. Deshalb schafft das Schutzkonzept einen verbindlichen Rahmen für alle, die den Handballsport im Verband erleben oder sich dort engagieren – sei es als Sportler, Eltern, Trainer, Mitarbeitende, ehrenamtlich Engagierte oder in anderen Funktionen.

Das Konzept ist dabei nicht nur ein Regelwerk, sondern steht für eine gemeinsame Haltung sowie eine Kultur des Hinsehens und Handelns. Es umfasst klare Verhaltensregeln für den gemeinsamen Umgang, einen Handlungsleitfaden für Mitarbeitende sowie einen Interventionsplan für den Umgang mit Grenzverletzungen, Verdachtsfällen und Vorfällen.

Ein zentraler Bestandteil des Schutzkonzeptes sind zudem zwei hauptamtliche Ansprechpersonen, die allen beteiligten Personen im Verband sowie den rund 160.000 Mitgliedern in mehr als 600 Vereinen für Fragen und Meldungen zur Verfügung stehen. Die Namen und Kontaktdaten der Ansprechpersonen sowie das Schutzkonzept mit seinen Anlagen sind auf der Homepage des BWHV unter  www.bwhv.org/bwhv/praevention zu finden.

Prävention ist ein fortlaufender Prozess

In den kommenden Wochen wird das Schutzkonzept im Verband sowohl online als auch in Präsenz vorgestellt und gemeinsam mit Verantwortlichen und weiteren Beteiligten besprochen.

Darüber hinaus sind regelmäßige Fort- und Weiterbildungen vorgesehen, um für mögliche Grenzverletzungen und unterschiedliche Formen von Gewalt zu sensibilisieren, ein Bewusstsein für Prävention zu schaffen und um die Handlungssicherheit der Beteiligten zu stärken.

Auch die regelmäßige Evaluation des Schutzkonzeptes ist ein wichtiger Bestandteil. „Damit stellen wir sicher, dass unser Schutzkonzept sich kontinuierlich weiterentwickelt, auf die Erfahrungen aus der Praxis reagiert und auf die Bedürfnisse und Herausforderungen unseres Verbandes angepasst wird“, resümiert Präsident Peter Knapp.

Die Entwicklung des Schutzkonzeptes wurde durch eine externe Fachberatung des Kinderschutzbundes Baden-Württemberg e.V. begleitet. Die Einbindung der externen Expertise diente zur Qualitätssicherung des Konzeptes. Die Qualität wird durch das verliehene Siegel sichtbar und nach außen nachvollziehbar.

„TIME-OUT“ – Wir schauen hin. Wir hören zu. Wir übernehmen Verantwortung. Und wir stoppen, was nicht ins Spiel gehört!