Rückblick auf den D-Cup der Jungs: BWHV-Auswahl erst im Finale gestoppt
Vom 18. bis zum 21.12.2025 trafen sich in Kassel die Auswahlmannschaften der Landesverbände zum traditionellen Deutschland-Cup der Jungs. An mehreren intensiven Turniertagen präsentierten sich die besten Nachwuchsspieler des Jahrgangs 2009 auf hohem sportlichem Niveau und nutzten die Bühne, um ihr Können unter Beweis zu stellen. Der Baden-Württembergische Handball-Verband war mit seiner Auswahl ebenfalls vertreten und zeigte über das gesamte Turnier hinweg gute, engagierte Leistungen.
Thriller im Viertelfinale als Höhepunkt
Die Mannschaft des BWHV absolvierte beim Deutschland-Cup eine Reihe anspruchsvoller Begegnungen gegen starke Konkurrenz aus den anderen Landesverbänden und zog mit überzeugenden Leistungen bis ins Finale ein.
Im Auftaktspiel am Donnerstag gegen den HV Nordrhein war allen Beteiligten die anfängliche Nervosität anzumerken und so unterliefen beiden Teams noch einige technische Fehler. Dennoch konnte der BWHV über fast die gesamte Spielzeit führen und sah lange Zeit wie der Sieger aus. In einer spannenden Schlussphase musste man jedoch noch den Ausgleich hinnehmen und so startete das Team von André Doster und Johannes Braun mit einem 28:28-Remis in den Deutschland-Cup.
Anschließend gelangen am Freitag zwei souveräne Erfolge: Zunächst wurde der HV Westfalen mit 37:26 in die Schranken gewiesen, dann gewann man mit 43:24 deutlich gegen den HV Mecklenburg-Vorpommern. Das Viertelfinale war also mit 5:1 Zählern und dem ersten Platz (aufgrund der mehr erzielten Tore als Nordrhein) in der Gruppe B in trockenen Tüchern.
Dort traf die BWHV-Auswahl am Samstagvormittag auf den HV Berlin und es entwickelte sich die wohl spannendste und packendste Partie des gesamten Turniers. Beide Teams schenkten sich nichts und lieferten sich einen Kampf auf allerhöchstem Niveau. Beim Stand von 31:31, in Unterzahl und bei drohendem Zeitspiel versenkte Junglöwen-Spieler Matteo Kalvelage den Ball im Winkel und ebnete so den Weg ins Halbfinale. Endstand gegen den HV Berlin war nach einem verwandelten Siebenmeter schließlich 33:31. Auch Landestrainer André Doster sah in diesem Spiel den Knackpunkt des Turniers: „Das Viertelfinale war sicher das Highlight gegen eine Top Berliner Mannschaft. So ein Spiel macht man nicht jede Woche – das war eine sehr coole Nummer. Und auch taktisch war die Partie nicht einfach, da Berlin in der Deckung viel probiert hat.“
Um 18:00 Uhr folgte also der Fight um den Einzug ins große Finale gegen den HV Bayern. Hier konnte sich die BWHV-Auswahl um den neunfachen Torschützen Lenn Strobel Mitte der zweiten Halbzeit absetzen und gewann schließlich souverän mit 35:30.
Am Sonntag stand dann der krönende Abschluss des Turniers an: Das Finale gegen den HV Schleswig-Holstein vor einer herausragenden Kulisse und in einer tollen Atmosphäre. Dabei erwischte die BWHV-Auswahl aber einen denkbar ungünstigen Start und lag nach knapp zehn Minuten direkt mit 2:7 im Hintertreffen. Doch Aufgeben war keine Option. Kurz nach dem Seitenwechsel kämpfte sich das Team um den neunfachen Torschützen Tim Löhr noch einmal auf 19:17 heran und war somit wieder in Schlagdistanz. Bis zum 28:27 war es weiterhin eine enge Partie, bei der sich beide Teams hart beackerten und jede gelungene Aktion lautstark bejubelt wurde. In der Crunchtime musste die BWHV-Auswahl Zeitstrafen hinnehmen und konnte in Unterzahl nicht mehr die nötige Durchschlagskraft im Angriff entwickeln. So gelang nur noch ein Treffer in den letzten fünf Minuten, während die Gegner aus dem hohen Norden noch sechs mal einnetzten. Der Endstand lautete somit 28:34 und zunächst war die Enttäuschung groß. Doch schnell legte sich diese und der Stolz auf eine starke Turnierleistung überwog. Über das Turnier hinweg zeigte das Team in allen Bereichen – Defensive, Tempospiel und Positionsangriff – vielversprechende Ansätze.
Landestrainer André Doster zog nach dem Deutschland-Cup ein positives Fazit:
„Mit Platz zwei können wir sehr zufrieden sein, denn die Jungs haben gezeigt, welche Qualität in ihnen steckt. Alle Spieler konnten ihren Beitrag leisten und haben sich als eine echte Einheit präsentiert. Im Finale war Scheswig-Holstein unter dem Strich der verdiente Sieger, auch wenn wir nicht chancenlos waren und unbedingt gewinnen wollten. Die Hypothek nach dem unglücklichen Start mit 4:11 war brutal, anschließend haben wir uns toll zurückgekämpft. Hier und auch im gesamten Turnier hat die Mannschaft gezeigt, dass sie mit Rückschlägen umgehen kann.
Individuelle Auszeichnungen
Besonders erfreulich aus Sicht des BWHV war die Nominierung von Lenn Strobel (JSG Balingen-Weilstetten) und Julian Steinert (Rhein-Neckar Löwen) in das Allstar Team des Deutschland-Cups. Beide Spieler überzeugten mit konstant starken Leistungen, hoher Spielintelligenz und großem Einsatzwillen und wurden dafür verdient ausgezeichnet.
Das freut auch André Doster: „Die Vielzahl an Einladungen für die Nationalmannschaft nach dem Deutschland-Cup spiegeln die Qualität in diesem Jahrgang wieder und macht uns stolz. Wir wünschen allen Jungs weiterhin viel Erfolg und Gesundheit und sind uns sicher, dass sie ihren Weg gehen werden!“
Fazit
Der Deutschland-Cup in Kassel stellte für die Jungs des BWHV einen wichtigen Meilenstein in ihrer sportlichen Entwicklung dar. Neben den sportlichen Ergebnissen standen vor allem die individuelle Weiterentwicklung der Spieler und das Sammeln von Erfahrungen auf höchstem nationalem Niveau im Vordergrund. Der BWHV blickt positiv auf das Turnier zurück und nimmt viele wertvolle Erkenntnisse für die weitere Nachwuchsarbeit mit.