Regionalliga-Bericht Männer: Starke Torhüterleistungen am 2. Spieltag

  14.09.2026    Regionalliga
Der zweite Spieltag der Männer Regionalliga ist Geschichte! Die Schlagzeilen schreiben dabei die Torhüter. Marvin Heinz verhilft den "Spitzmäusen" zum Sieg im Aufsteigerduell, Matthias Meßmer rettet den TVS und Dominik Wolf überragt beim Auswärtssieg der Tigers in Heddesheim.
SKV Unterensingen vs. HTV Meißenheim 35:28 (15:13)

Erstes Heimspiel in der Regionalliga - erster Heimsieg für den SKV! Im Duell der Aufsteiger setzten sich die Spitzmäuse letztlich souverän mit 35:28 durch und fahren somit die ersten Saisonzähler ein. Rückkehrer Philipp Keppeler netzte per Strafwurf zum ersten Unterensinger Heimtreffer der jungen Saison ein. Zuvor hatte Meißenheims zweitligaerfahrener Top-Scorer Alexander Velz seine Farben in Führung gebracht. Drei Tore trug er bis zum 5:5-Zwischenstand in der 13. Spielminute bei und es schien, als ob er zum Alleinunterhalter auf Gästeseite werden würde. Doch in der Folge bekamen ihn die SKV-Verteidiger besser in den Griff und es entwickelte sich bis zum Pausenpfiff ein Spiel nahezu auf Augenhöhe, wie es auch vor der Partie von Michael Schwöbel prognostiziert wurde. Florian Brändle stellte den 15:13-Pausenstand her, setzte damit den Schlusspunkt unter eine tempogeladene Halbzeit.

Bis zum 26:19 konnten die Hausherren ihre Führung weiter ausbauen - auch weil Torhüter Marvin Heinz einige Male sehenswert parieren konnte. Das Spiel war aber nicht durch – besonders dank Bastian Funke und Felix Haag kamen die Gäste wieder auf drei Tore heran. Beim Stand von 30:27 nahm Trainer Michael Schwöbel bereits in der 53. Spielminute seine letzte Auszeit. Die Maßnahme zahlte sich aus – den Gästen gelang in den letzten sechs Spielminuten nur noch ein Tor und die Blau-Weißen freuten sich über die gelungene Premiere in der höchsten BWHV-Spielklasse. Spielleiter Lukas Keppeler atmete schließlich erleichtert auf: „Vor einer Woche in Teningen hatten wir nichts zu verlieren, da war ich noch recht entspannt. Aber heute gegen einen Mitaufsteiger standen wir schon unter Druck – da mussten die Punkte her.“

SG Weinstadt vs. HC Neuenbürg 33:33 (17:14)

Punkteteilung zwischen den Waschbären aus Weinstadt und den Foxes aus Neuenbürg! In einem Spiel auf Augenhöhe kann kein Sieger gefunden werden und so trennen sich die Teams am Samstagvormittag mit einem 33:33-Remis.

In der Endphase hatten die Gastgeber zunächst leicht die Nase vorne und gingen beim 30:27 mit einer 3-Tore-Führung in die letzten zehn Minuten. Doch die Gäste aus dem Enzkreis gaben nicht auf und kämpften sich angeführt vom neunfachen Torschützen Vincent Virzi wieder Stück für Stück heran. Dieser war es auch, der den Siebenmeter rund 30 Sekunden vor Schluss zum Ausgleich verwandelte. Nach der Auszeit der SG hielt die Gästedefensive stand und so ging der letzte Wurf am Gehäuse vorbei und bescherte beiden Teams jeweils einen Zähler. 

Weinstadt ist am kommenden Wochenende in Baden-Baden gefordert, Neuenbürg freut sich auf das Heimspiel gegen den TuS Steißlingen.

TSV Weinsberg vs. SG Köndringen/Teningen 37:31 (21:14) 

Der TSV Weinsberg schlägt nach der Auftaktniederlage mit einem Ausrufezeichen zurück. Im Duell mit dem Drittligaabsteiger aus Köndringen bestimmen die Hausherren schon früh die Partie und fahren einen deutlichen Erfolg ein. Bis zum 3:3 befanden sich die Teams noch ergebnistechnisch auf Augenhöhe, in der Folge griff der TSV aber mehr und mehr nach dem Zepter. Über die Stationen 10:6 und 16:10 wechselten die Mannschaften beim 21:14 die Seiten.

Die SG musste sich weiterhin jeden Treffer hart erarbeiten, blieb aber dran und konnte den Druck auf die Gastgeber erhöhen. In der 47. Minute war die SG beim Stand von 25:28 wieder auf drei Tore herangekommen, und kurz dachte man, das Blatt könnte sich wenden. In der entscheidenden Phase jedoch konnte Weinsberg den Lauf der SG stoppen und sich wieder etwas absetzen - auch dank eines hervorragend aufgelegten Stefan Koppmeier zwischen den Pfosten.

Die besten Torschützen des Spiels waren Niklas Diebel mit zehn Treffern, Phillip Brodmann mit neun (beide Weinsberg) sowie Emanuel Bello (Köndringen) mit acht Treffern.

TVS Baden-Baden vs. HSG Ostfildern 32:31 (15:15)

Eine an Dramatik nicht zu überbietende Endphase erlebten die 450 Zuschauer in der Rheintalhalle Sandweier am Samstagabend! Führte der Gastgeber doch viereinhalb Minuten vor Schluss mit 32:25 und schien bereits auf der sicheren Seite. Ein Trugschluss, wie sich herausstellen sollte. Die HSG Ostfildern verkürzte Tor um Tor, schaffte den 32:31-Anschlusstreffer und bekam in letzter Sekunde noch einen Siebenmeter zugesprochen. Jetzt schien alles auf ein Unentschieden hinauszulaufen.
Es folgte der große Auftritt von TVS-Torhüter Matthias Meßmer. Erst am Nachmittag aus dem Urlaub zurückgekehrt, wurde er vor der finalen Aktion der Partie eingewechselt - und avancierte zum Matchwinner. "Messi" parierte mit dem linken Bein den Strafwurf von Jon Gehrung, der zuvor fünf von sechs Siebenmetern für seine Farben sicher verwandelt hatte.
Am Ende große Erleichterung bei den Grün-Weißen: Der zweite Saisonsieg ist unter Dach und Fach - auch wenn es zum Schluss noch einmal ganz eng wurde.

HSG Willstätt/Hanauerland vs. TSV Schmiden Pumas 25:31 (10:16)

Die Handballer des TSV Schmiden gewinnen am Samstag auch ihr zweites Spiel in der Regionalliga. Beim 25:31 bei der HSG Willstätt/Hanauerland lässt die Defensive vor allem in der ersten Hälfte wenig zu.

Richard Babjak ist seit Januar 2025 hauptverantwortlicher Coach der Handballer des TSV Schmiden. Doch so eine gelungene Vorstellung seiner Mannschaft wie in der ersten Spielhälfte am Samstagabend hat der Trainer bis dato selten erlebt gehabt. Zur Pause führten die Gäste aus Schmiden bei der HSG Willstätt/Hanauerland mit 10:16 und hatten sich diesen Vorsprung aufgrund ihrer hervorragenden Abwehrarbeit verdient. Sie ließen sich in der Schluss-Viertelstunde auch von fünf schwächeren Spielminuten nicht aus der Ruhe bringen und sicherten sich am Ende einen 25:31-Sieg in der Hanauerlandhalle in Willstätt. Nach dem 26:25-Heimerfolg gegen das Team des TSV Weinsberg zum Saisonstart war dies bereits der zweite Sieg für den Aufsteiger in der Regionalliga. „Unsere Abwehr war unglaublich. Ich habe auch gegen Ende, als es etwas knapper wurde, nie am Sieg gezweifelt“, sagte Richard Babjak.

HG Oftersheim/Schwetzingen vs. TV 1893 Neuhausen/E. 40:31 (20:12)

Mit einem 40:31 (20:12)-Kantersieg hat die HG Oftersheim/Schwetzingen am zweiten Spieltag auf ihre knappe erste Niederlage der Vorwoche geantwortet. 

Nur zum Start, nach einem Ballverlust und einem Pfostentreffer seitens der Hausherren in der zweiten Minute, hatten die Schwaben kurz die Nase vorne (0:2). Danach ging es fast nur noch in eine Richtung. Oftersheim/Schwetzingen glich durch einen Treffer von Yannick Muth und einem ihm zugesprochenen Siebenmeter aus und überstand auch eine erste Zeitstrafe unbeschadet. Keeper Luca Berghoffer vernagelte hinten seinen Kasten, die Deckung war präsent und der Offensivbereich erwies sich als zielsicher. Nach acht Berghoffer-Paraden und einem 6:2 (11.) hatte TVN-Coach Toni Lutter die Nase voll, bat seine Leute zur intensiven und lautstarken Ansprache. Doch die HG blieb weiter am Drücker und baute die Führung bis zur Sirene auf 20:12 aus.

Heim-Trainer Christoph Lahme war deshalb auch voll des Lobes bis zu diesem Zeitpunkt. “Nach nervösen Anfangsminuten sind wir – egal ob im Angriffs- oder Abwehrspiel und bei der Torwartleistung – sehr gut ins Spiel gestartet. Da haben wir uns verdient einen ersten Puffer erarbeitet.” Von diesem Puffer zehrte die HG auch in der zweiten Hälfte, konnte munter durchwechseln und fuhr einen ungefährdeten Heimerfolg ein. 

SG Heddesheim vs. VfL Waiblingen 28:29 (17:14)

Mit einer bärenstarken Endphase sichern sich die Tigers aus Waiblingen die ersten Saisonpunkte! Nach der herben Niederlage gegen Baden-Baden kann die Mannschaft von Trainer Tim Baumgart nun in der Fremde gewinnen und das erste Mal jubeln.

Bis zur Pause erspielte sich aber zunächst das Heimteam aus Heddesheim leichte Vorteile und einen 17:14-Vorsprung. Diesen konnten die Jungs von Frank Schmitt und Marco Dubois bis zur 36. Minute auf 22:17 ausbauen und hatten in dieser Phase sogar die Möglichkeit, den Vorsprung weiter auszubauen. Nun wurde Dominik Wolf im Tigers-Tor aber stärker und stärker und so folgten 13 Minuten ohne Löwentor und ein 7:0-Lauf aus Sicht der Gäste zum 23:26. 

Es entwickelte sich ein wahrer Handballkrimi und nachdem die Tigers kurz vor Schluss die Chance auf die 2-Tore-Führung nicht nutzten, bekam Heddesheim noch einmal den Ball. Doch Keeper Wolf konnte zunächst den Rückraumwurf entschärfen und auch der Abpraller vom Kreis war nicht scharf genug geworfen, um den glänzend aufgelegten Torhüter zu überwinden. Spielende - Auswärtssieg Tigers. Und die Teamkollegen wussten genau, bei wem sie sich zu bedanken hatten, denn mit insgesamt 23 Paraden erwischte Wolf einen wahren Sahnetag.

TuS Steißlingen vs. TSV Heiningen 26:30 (14:14)

Es war zwar nicht das erwartete “High-Scoring-Game” der beiden Schießbuden der Liga, dafür aber dennoch spannend und mit jeder Menge handballerischen Highlights. Doch der Reihe nach: Die Gäste aus Heiningen erwischten den etwas besseren Start in die Partie, doch der TuS blieb von Beginn an auf Schlagdistanz. Nach dem Ausgleich zum 8:8 in der 14. Spielminute drehten die Hausherren das Spiel und erarbeiteten sich eine leichte Führung. Vor vollem Ränge meldete sich der TSV kurz vor dem Pausenpfiff jedoch zurück und glich zum 14:14-Halbzeitstand aus.

Nach dem Seitenwechsel nutzten die routinierten Gäste einige TuS-Fehler konsequent aus und entwischte auf 17:22. Doch der TuS gab nicht auf, kämpfte sich Tor um Tor heran und hielt die Partie bis in die Schlussphase offen. Beim Stand von 25:26 in der 56. Spielminute war der Ausgleichstreffer greifbar nahe und TuS-Torhüter Leon Sieck vernagelte in den letzten Minuten förmlich das eigene Gehäuse. Doch drei Treffer der Kohnle-Brüder ließen die Staren schließlich endgültig auf die Siegerstraße einbiegen und das insgesamt vierte Zöller-Tor beendete alle Steißlinger Hoffnungen auf etwas Zählbares.

Mit Heiningen und Schmiden treffen am kommenden Wochenende zwei der drei Teams aufeinander, die bislang noch ohne Verlustpunkt sind. Auch wenn die Saison noch in den Kinderschuhen steckt, so ist es dennoch eine Partie, die ligaweit große Aufmerksamkeit bekommen wird.

Foto: Stefan Rosenfeld