Regionalliga-Bericht Männer: Zweikampf um Aufstiegsplatz, Wangen springt auf Platz 14

  28.04.2026    Regionalliga
Am vorletzten Spieltag der Regionalligasaison war wieder eine Menge drin: Baden-Baden verabschiedet sich durch die Derbyniederlage aus dem Aufstiegsrennen, so dass Albstadt und Heiningen das Rennen um Platz zwei unter sich ausmachen werden. Außerdem springt die MTG Wangen durch den Heimerfolg am TVN vorbei auf Platz 14.
HSG Willstätt/Hanauerland vs. TVS 1907 Baden-Baden 28:27 (12:13)

Was für ein Badenderby zwischen Willstätt und Baden-Baden! In einem hart umkämpften Spiel hat sich die HSG Willstätt/Hanauerland im letzten Auftritt vor heimischem Publikum zwei Punkte gesichert und somit den badischen Konkurrenten aus dem Aufstiegsrennen geworfen. Mit nun 39:19 Zählern können die Grün-Weißen nun zwar noch am letzten Spieltag nach Punkten aufschließen mit der HSG Albstadt, der direkte Vergleich spricht aber für das Team von der schwäbischen Alb. Und auch die Staren aus Heiningen liegen nun aussichtsreicher im Rennen um den zweiten Aufstiegsplatz.

Doch der Reihe nach: Den besseren Start erwischten eindeutig die Hausherren und führten nach dem Treffer von Lennart Cotic schnell mit 4:0. Fast acht Minuten dauerte es, bis die Gäste ihren ersten Torerfolg verbuchen konnten. In der Folge fand der TVS besser in die Partie und angefeuert vom lautstarken Anhang gelang nach rund 20 Minuten der Ausgleich durch Elias Dörflinger.

Bis Mitte der zweiten Hälfte konnte sich keins der beiden Teams absetzen und in einem intensiven Spiel wurde sich nichts geschenkt. Mit drei Treffern in Folge entwischten die Hausherren auf 23:20, doch der TVS konterte umgehend und war beim 23:23 durch Julian Schlager wieder auf Augenhöhe. Die Endphase war dann an Dramatik wohl kaum zu überbieten: Willstätt legte durch den zehnfachen Torschützen Cotic auf 27:25 und durch Dinko Dodig auf 28:26 vor, André Ockert verkürzte jeweils auf einen Treffer. Willstätt bekam 30 Sekunden vor dem Ende einen Siebenmeter zugesprochen, den Torhüter Dominik Merz parierte. In der folgenden Auszeit ordnete TVS-Trainer Sandro Catak noch einmal die Reihen doch der Wurf von TVS-Rechtsaußen Joel Kraus, sprang vom Innenpfosten ins Feld - Spielende. Riesenjubel bei der HSG, welche somit den siebten Platz sicher hat und am letzten Spieltag noch auf Position fünf springen könnte. Auf der anderen Seite natürlich große Enttäuschung beim TVS, welcher im Saisonfinale vor heimischen Publikum den TUS Steißlingen empfängt.

TV Plochingen vs. HSG Ostfildern 31:33 (14:17)

Nach dem Hinspiel entscheidet die HSG Ostfildern auch das zweite Derby der Saison gegen den TV Plochingen für sich. In der Anfangsviertelstunde wechselte die Führung munter hin und her, doch als Cedric Hauff das 7:6 für die Hausherren erzielte, sollte das bis zum Abpfiff das letzte mal sein, dass der TVP in Front liegt. Von nun an erspielte sich die HSG einen kleinen Vorteil, führte nach dem 7m-Treffer von Tim Bauer erstmals mit vier Toren. 

Im zweiten Durchgang legte Janne Böhm sogar auf 17:22 vor und es sah so aus, als ob die HSG langsam entwischen könnte. Doch die Blau-Weißen gaben nicht auf und waren beim 28:28 wieder auf Augenhöhe. Auch da Spielmacher Axel Steffens mit insgesamt zehn Treffern brillierte. Doch in der spannenden Endphase behielten die Gäste die Nerven und freuten sich nach dem 31:33 über zwei weitere Derbypunkte auf ihrem Konto. Somit ist der achte Platz für Ostfildern in trockenen Tüchern.

TSV 1866 Weinsberg vs. VfL Waiblingen 36:25 (16:10)

Kantersieg für den TSV Weinsberg! Beim 36:25 lassen die Weinsberger nichts anbrennen, fahren einen ungefährdeten Heimsieg ein und verabschieden so ihre verdienten Spieler und Trainer Edin Hadzemuhamedovic gebührend. Auch wenn die Aufstiegsträume durch Siege Albstadts und Heiningens endgültig beendet sind, so zeigte der TSV doch einen tollen letzten Auftritt vor heimischem Publikum und wird sicherlich in der kommenden Saison einen neuen Anlauf starten und den Aufstieg in Liga drei ins Visier nehmen.

Bester Torschütze auf Seiten des TSV war Jan Pröllochs mit sieben Treffern, bei den Tigers aus Waiblingen traf Lion Haase (9) am besten.

TSV Heiningen 1892 vs. TSB Schwäbisch Gmünd 30:26 (18:15)

Im Derby zwischen den Staren aus Heiningen und den Jets aus Schwäbisch Gmünd fährt das Heimteam die beiden Punkte ein und wahrt die Chancen auf den Aufstieg in die dritte Liga. Somit kommt es am letzten Spieltag zum Fernduell zwischen Heiningen und Albstadt, wobei die Staren auf eine Niederlage der HSG hoffen müssen und ihr abschließendes Spiel in Heddesheim um jeden Preis gewinnen müssen. Nur dann wäre der Aufstieg perfekt! 

Das Spiel gegen den frisch gekürten Meister war hierzu der erste Schritt, beim 30:26 gehörte vor allem die Schlussphase dem Team von Hagen Gunzenhauser und Mike Wolz. Nach dem Spielstand von 24:24 gelang den Staren ein 5:0-Lauf und somit die Spielentscheidung. Bester Werfer der Partie waren Moritz Fink (TSV Heiningen 1892) und Niklas Burtsche (TSB Schwäbisch Gmünd) mit jeweils sieben Treffern.

SG Weinstadt vs. TSV 1899 Blaustein 37:27 (17:15)

Mit einem perfekten Handballabend beenden die Waschbären aus Weinstadt die Heimsaison und Ruben Sigle seine Handballkarriere. Der Linkshänder ist beim 37:27 über das abgeschlagene Schlusslicht mit sieben Treffern der beste Werfer seines Teams und erlebte im Anschluss eine emotionale Verabschiedung. 

Dabei war die Partie bis zum 25:24 noch völlig offen und Blaustein lieferte den Hausherren einen ebenbürtigen Schlagabtausch. Dann zogen die Hausherren mit einem starken 9:1-Lauf davon und spätestens zu diesem Zeitpunkt, fünf Minuten vor Schluss, war die Messe gelesen. Der letzte Treffer blieb dann Ruben Sigle vorbehalten - der Abschluss einer tollen Karriere.

TuS Steißlingen vs. HC Neuenbürg 2000 36:29 (16:13)

Ganz ähnlich verlief der Handballabend auch in Steißlingen. Bis nach dem Seitenwechsel blieb die Partie hart umkämpft. Die Neuenbürger gaben sich auch bei einem 23:17 in der 40. Spielminute nicht geschlagen und kämpften sich anschließend Tor um Tor heran. In der 45. Minute war beim Stand von 24:23 wieder alles offen, und die Spannung in der Mindlestal-Halle stieg merklich an.

Doch wie schon so oft in dieser Rückrunde bewiesen die Racoons Moral. Ein Ruck ging durch die Mannschaft, die in der Schlussviertelstunde noch einmal deutlich an Tempo und Präzision zulegte. Mit einer geschlossenen Teamleistung distanzierte der TuS die Gäste letztlich deutlich und feierte einen hochverdienten 36:29-Heimerfolg. Linksaußen Samuel Wendel stach dabei mit 12 Treffern hervor.

HSG Albstadt vs. TV 1893 Neuhausen/E. 38:33 (19:14)

Die HSG Albstadt schlägt den TV Neuhausen und macht den vorletzten Schritt Richtung Aufstieg. Dabei gelingt dem Team von Andreas Wendel ein Start-Ziel-Sieg, denn von Beginn an übernahmen die Hausherren das Zepter. Denn nach dem 7:2 durch Patrick Lebherz betrug der Vorsprung bereits in der 12. Spielminute fünf Treffer. Die abstiegsbedrohten Neuhäuser gaben sich über die gesamte Spielzeit nie auf und kämpften sich immer wieder heran - doch an diesem Abend sollte die HSG auf alles eine Antwort parat haben. 

So auch in der Crunchtime, als Felix Stahl für die Gäste auf 33:29 verkürzte und die HSG dann aber kühlen Kopf bewahrte. Durch den Heimsieg kann die HSG im letzten Saisonspiel den Aufstiegsmatchball verwandeln, hierzu trifft sie auswärts auf den VfL Waiblingen (Hinspiel: 41:35 gewonnen). Der TVN  hingegen trifft nach der 3. Niederlage in Folge auf die SG Weinstadt und will dort wieder von Platz 14 auf 13 springen. 

MTG Wangen vs. SG Heddesheim 34:30 (19:17)

Denn diesen 13. Tabellenplatz hat nun die MTG Wangen inne. Durch den Heimerfolg über Heddesheim haben sowohl Wangen als auch Neuhausen 20:38 Punkte, wobei das Allgäu-Team den direkten Vergleich auf seiner Seite hat.

650 Zuschauer peitschten ihre MTG im letzten Heimspiel der Saison nach vorne und erlebten dass ihr Team zu keine Zeitpunkt des Spiels in Rückstand geriet. Mitentscheidend für den Heimsieg war auch ein 5:1-Lauf Mitte der zweiten Hälfte - so dass die MTG auf 28:23 entwischen konnte. 

Somit hat Wangen die Chance auf den Klassenerhalt in eigener Hand, wenn die Fahrt am nächsten Sonntagabend nach Neuenbürg zu den Foxes geht. Im Falle einer Niederlage oder eines Remis würden die Blicke wohl bange nach Neuhausen gehen.

Foto: Frick