Regionalliga-Bericht Männer: Topteams weiter nahe beieinander

  16.03.2026    Regionalliga
Die Regionalliga bleibt weiter spannend wie gewohnt: Albstadt gewinnt das Spitzenspiel gegen Heiningen und erobert sich die Tabellenführung zurück, die Verfolger dahinter können ihre Partien allesamt siegreich gestalten. Im Tabellenkeller ist derweil Bewegung, denn der TV Neuhausen zieht an Wangen vorbei.
HC Neuenbürg 2000 vs. SG Heddesheim 37:35 (17:17)

Im badischen Derby entwickelte sich von Beginn an eine ausgeglichene Partie, da beide Mannschaften die Fehlerquote extrem niedrig hielten. Erst in der 17. Minute konnte sich Neuenbürg durch Mattes Meyers 9:7-Treffer erstmals einen Zwei-Tore-Vorsprung erspielen. Der Spielverlauf in der zweiten Halbzeit sollte sich als Spiegelbild des Spielfilms im ersten Spielabschnitt herausstellen. Weiterhin konnte sich keine der beiden Mannschaften absetzen, wodurch man auf eine spannende Crunchtime zusteuerte. 

Beim Stand von 36:35 bekamen die Gäste 30 Sekunden vor Schluss einen Siebenmeter zugesprochen und die Löwen hatten somit die Chance auf den Ausgleich. Doch Tobias Krems machte den Löwen einen Strich durch die Rechnung, entschärfte den Wurf des zuvor so sicher verwandelnden Gianluca Pauli. Die offene Deckung der Gäste brachte die Foxes noch einmal ordentlich ins Schwitzen, doch der Dozic-Sieben gelang es, den freistehenden Johannes Köster zu finden, der zum 37:35-Endstand verwandelte.

Damit beträgt der Vorsprung auf die Abstiegsplätze nun zehn Punkte. Auch wenn der Klassenerhalt rechnerisch noch nicht gesichert ist, erscheint es mittlerweile doch unwahrscheinlich, dass es für die Foxes noch einmal brenzlig wird. Die SG hat zwar schon lange nichts mehr mit dem unteren Drittel zu tun, durch die Niederlage verliert man aber weiter den Anschluss an die Spitzengruppe.

HSG Ostfildern vs. SG Weinstadt 36:33 (20:15)

Die HSG Ostfildern revanchiert sich für die Hinspielniederlage und gewinnt das zweite Derby gegen die SG Weinstadt mit 36:33. Vor allem Janne Böhm und Jon Gehrung stechen in dieser Partie heraus und waren mit jeweils zehn Toren die treffsichersten Goalgetter. Bis zum 28:28 in der 50. Spielminute war die Partie noch auf Messers Schneide, dann konnte sich das Heimteam aber Stück für Stück absetzen. Der angesprochene Janne Böhm machte mit dem 35:31 drei Minuten vor Schluss den Deckel auf die Partie und sorgte für großen Jubel auf den Rängen. Die 250 Fans freuten sich somit über den Heimsieg und darüber, dass die HSG den Abstand auf Weinstadt auf einen Zähler verkürzen konnte. 

Nach dem 11. Saisonsieg geht es für die HSG Ostfildern nächsten Samstagabend um 20:00 Uhr auswärts gegen die MTG Wangen, die SG Weinstadt hingegen trifft nach der Derbyniederlage auf den HC Neuenbürg 2000. 

HSG Willstätt/Hanauerland vs. TuS Steißlingen 41:38 (21:21)

In einem torreichen, intensiven und bis zur letzten Minute umkämpften Regionalligaspiel setzte sich die HSG Willstätt-Hanauerland am Ende mit 41:38 (21:21) gegen den TuS Steißlingen durch. Die 600 Zuschauer sahen ein echtes Offensivspektakel – und eine HSG, die vor allem in der entscheidenden Phase Moral, Leidenschaft und Nervenstärke bewies. 

Von Beginn an entwickelte sich ein offener Schlagabtausch – mit Tempo, vielen Toren und zwei Mannschaften, die sich nichts schenkten. Kurz vor der Pause führten die Gäste mit zwei Toren, doch Illia Hreblev, mit elf Treffern der beste Schütze des Spiels, sorgte mit zwei Treffern in Folge für den 21:21-Halbzeitstand

Nach der Pause erwischte die HSG den deutlich besseren Wiedereinstieg und Lucas Limouzin erhöhte auf 27:22. Doch wer dachte, das Spiel sei entschieden, wurde eines Besseren belehrt. Steißlingen kämpfte sich Tor um Tor heran, und nach gut 43 Minuten stand es plötzlich wieder 31:31. In der Crunchtime behauptete die heimische HSG durch Treffer von Moritz Schade, Ilja Kosmirak und später Joffrey Bonnemberger ihre Führung und freute sich nach einem intensiven Handballspiel über zwei Punkte.

Für den Heimsieger geht es nächsten Samstagabend um 20:00 Uhr auswärts gegen den Tabellenführer aus Albstadt, Steißlingen empfängt Weinsberg in der heimischen Halle.

TSV 1866 Weinsberg vs. MTG Wangen 36:31 (18:12)

Reaktion gefordert - und gezeigt! Der TSV Weinsberg hat nach der herben Niederlage im Verfolgerduell in Schwäbisch Gmünd einen ungefährdeten Heimsieg über Wangen eingefahren und ist somit zurück in der Erfolgsspur. Beim 36:31 (18:12) geriet das Team von Edin Hadzimuhamedovic nur in der Anfangsphase beim 1:2 in Rückstand. Anschließend übernahmen die Blau-Weißen das Zepter und zogen mit einem 4:0-Lauf bis zur 14. Minute auf 11:5 davon. Auch in der zweiten Hälfte ließ der TSV nichts mehr anbrennen und brachte den Vorsprung souverän über die Zeit. 

Aus einer geschlossenen Mannschaftsleistung ragt der beste Goalgetter der Partie - Jan Pröllochs - heraus. Der Spielmacher erzielte zehn Tore und setzte seine Mitspieler immer wieder gut in Szene. Mit nun 30:18 Punkten bleibt man weiter im Aufstiegsrennen dabei, die MTG hingegen verliert nach der Niederlage und dem gleichzeitigen Sieg des TV Neuhausen einen Platz und ist nun 14.

TSV 1899 Blaustein vs. TSB Schwäbisch Gmünd 19:44 (9:23)

Die Jets aus Schwäbisch Gmünd machen mit dem Schlusslicht aus Blaustein kurzen Prozess und fahren beim 19:44 einen beeindruckenden Kantersieg ein. Bereits zur Pause war beim 9:23 die Vorentscheidung gefallen. Und auch im zweiten Durchgang blieben die Jets weiter auf dem Gaspedal und erzielten 21 Treffer - bei nur zehn Gegentoren. Niklas Burtsche traf acht Mal, Lenny Schwenk kam auf sieben Treffer. Den Schlusspunkt zum 19:44 setzte dann nach einseitigen 60 Minuten Kreisläufer Jonas Waldenmaier. 

Für den TSB Schwäbisch Gmünd steht nun das nächste Topspiel an, denn in der kommenden Woche gibt mit dem TVS Baden-Baden der aktuell vierte seine Visitenkarte in der Sporthalle Schwäbisch Gmünd ab. Blaustein hingegen hat ein spielfreies Wochenende.
 

TVS 1907 Baden-Baden vs. TV Plochingen 44:29 (22:10)

Ähnlich deutlich verlief die Partie zwischen Sandweier und Plochingen.  Dabei musste TVS-Chef-Trainer Sandro Catak gleich fünf Akteure (Andreas Uttke, Maximilian Strüwing, Maximilian Vollmer, Bennet Löhmar, Dominik Ströhm) ersetzen: Bis zum 4:4 konnten die Gäste von Trainer Engelbert Eisenbeil noch mithalten, dann musste der TVP nach und nach abreißen lassen. Beim 14:6 durch Luis Materna in der 20. Spielminute betrug der TVS-Vorsprung schon acht Tore, bis zur Pause wurde dieser sogar auf 12 Treffer erhöht.

Im zweiten Abschnitt geriet der klare Erfolg nie in Gefahr, wobei Plochingen bis zum Ende um eine Ergebnisverbesserung bemüht war. „Die Mannschaft hat die Ausfälle souverän weggesteckt und das Spiel klar dominiert. Das war nicht selbstverständlich gegen einen Kontrahenten, der noch gegen den Abstieg kämpft", zeigte sich Catak nach dem Spiel stolz auf sein Team.

Nach der Pflichtaufgabe gegen den Vorletzten Plochingen wartet auf den TVS jetzt am Samstag das angesprochene Spitzenspiel beim ambitionierten Titelanwärter TSB Schwäbisch Gmünd.

VfL Waiblingen vs. TV 1893 Neuhausen/E. 26:28 (12:11)

Ganz wichtige Auswärtspunkte für den TVN im unteren Tabellendrittel! Lediglich fünf Punkte und zwei Tabellenplätze trennten die Tigers von den Ermstälern und somit war vor der Partie von einem “4-Punkte-Spiel” die Rede. Und dieses war stark umkämpft und zu jeder Zeit hochspannend. Kein Team konnte sich im Spielverlauf auf mehr als drei Tore absetzen und die Führung schwankte - vor allem in der ersten Hälfte - hin und her. 

Rund zehn Minuten vor Ende ging Neuhausen durch ein 7-Meter Tor durch Felix Stahl mit 18:21 in Führung und hatte somit die besseren Karten. Doch Waiblingen gab sich nicht auf und war beim 26:27 durch David Schröder in der 59. Spielminute weiter dran. TVN-Coach Toni Lutter bat seine Jungs zur Auszeit und wollte noch einmal für Klarheit in den Aktionen sorgen. Und dies gelang ihm, denn kurz vor Schluss machte der neunfache Torschütze Manuel Bauer mit dem 26:28 den Auswärtssieg perfekt.

Der TVN klettert somit nach langer Zeit wieder einen Platz nach oben und überholt die MTG Wangen. Mit 16:32 Zählern ist nun auch der Rückstand auf die Tigers auf drei Punkte zusammengeschrumpft. Die Schlussphase der Saison verspricht also auch im unteren Tabellenbereich jede Menge Spannung.

HSG Albstadt vs. TSV Heiningen 1892 35:28 (16:12)

Am Sonntag blickte die gesamte Liga zum absoluten Topspiel nach Albstadt. Die heimische HSG empfing den TSV Heiningen, welcher zuletzt elf Spiele in Folge ungeschlagen blieb.

Und die Partie hielt sicherlich, was sie versprach: Beide Teams schenkten sich nichts, lieferten ein Spiel auf hohem Niveau und die Zuschauer sahen reihenweise tolle Szenen. Bis zum 10:12 durch Moritz Fink hatten die Gäste leicht die Nase vorne, dann zogen die Albstädter aber mit einem 6:0-Lauf bis zur Pausensirene vorbei und davon.

Bis zum 22:19 waren die Staren weiterhin in Reichweite, ein weiterer 4:1-Lauf der Hausherren, der den 26:20-Zwischenstand besorgte, brachte die HSG näher an den Heimsieg heran. Spätestens beim 35:26 durch Simon Flügel, war allen in der Mazmannhalle bewusst, dass es heute beim doppelten Punkterfolg für die HSG bleiben und sie somit die Tabellenführung zurückerobern würden. Auch wenn TSV-Linksaußen noch die beiden letzten Treffer der Partie erzielte, so stand unter dem Strich dennoch ein 35:28 auf der Anzeigentafel.

Albstadt und Schwäbisch Gmünd (beide 13 Minuspunkte) haben somit aktuell die besten Karten im Rennen um den Regionalligatitel, Baden-Baden (15), Heiningen und Willstätt (beide 16) folgen dahinter, was das Negativkonto angeht.

Foto: Ralf Titzmann