Regionalliga-Bericht Männer: Spannung pur - Dramatische Duelle am 3. Spieltag

  22.09.2026    Regionalliga
Der 3. Spieltag hielt so einige spannende Duelle bereit! Heiningen sichert den Heimsieg im Spitzenspiel nach abgelaufenen 60 Minuten, als Moritz Fink am Siebenmeterstrich die Nerven behält. Köndringen dreht die Partie in der Crunchtime, Oftersheim korrigiert einen Fehlstart und die beiden Derbys am Freitagabend gehen an die Heimteams.
HSG Ostfildern vs. SKV Unterensingen 27:23 (12:12)

Die HSG Ostfildern kann das Derby gegen Unterensingen am Freitagabend für sich entscheiden. Das Duell der Schwöbel-Brüder an der Seitenlinie geht somit an Marc, den Co-Trainer der HSG. 

Die Filder-Handballer erwischten den deutlich besseren Start, führten schnell mit 6:2. „Die HSG war einfach galliger, hat auch jeden Abpraller gewonnen“, monierte SKV-Trainer Michael Schwöbel später. Er nahm eine frühe Auszeit und es stellte sich zunächst auch Besserung ein. Sein Team kämpfte sich heran und ging wenig später durch einen Hattrick von Youngster Julian Hofer mit 10:11 in Führung. Sandro Münch besorgte mit der Halbzeitsirene den 12:12-Pausenstand, so dass hier weiter alles offen war.

Doch wie schon im ersten Durchgang kamen die Hausherren auch nach dem Seitenwechsel besser in Tritt, legten auf 17:15 vor und konnten in der Crunchtime mit einem 5:1-Lauf auf 27:21 den Heimsieg unter Dach und Fach bringen. Julian Hofer und Philipp Keppeler konnten noch etwas Ergebniskosmetik betreiben und zum 27:23-Endstand verkürzen. 

Tim Bauer traf für die HSG mit sechs Toren am erfolgreichsten, Oliver Sudar und Jon Gehrung steuerten fünf Treffer zum zweiten Heimsieg im zweiten Heimspiel bei. Mit 4:2 Punkten kann sich Ostfildern zunächst nach oben orientieren und liegt auf dem geteilten sechsten Rang, die Spitzmäuse rangieren mit 2:4 Punkten auf dem elften Platz.

HTV Meißenheim vs. HSG Willstätt/Hanauerland 35:30 (16:16)

Der HTV Meißenheim gewinnt das mit Spannung erwartete Ortenau-Duell gegen die HSG Willstätt/Hanauerland mit 35:30 und setzt damit ein dickes Ausrufezeichen. Vor rund 900 Zuschauern in der prall gefüllten HTV-Arena entwickelte sich von Beginn an ein intensives und umkämpftes Spiel.

Die Gäste erwischten zunächst den besseren Lauf und konnten sich Mitte der ersten Halbzeit erstmals mit zwei Treffern absetzen. Der HTV ließ sich davon jedoch nicht beeindrucken. Alexander Velz, Dustin Ammel, Luis Ehret und Co. hielten dagegen und sorgten dafür, dass die Partie völlig offen blieb. Beim 16:16 ging es schließlich in die Kabinen.

Nach dem Seitenwechsel blieb das Derby zunächst ausgeglichen. Dann erwischte die HSG zwischenzeitlich die bessere Phase und ging beim 23:24 sogar erstmals in Führung. Doch der HTV bewies Moral und kämpfte sich zurück. Beim 25:24 war die Führung wieder hergestellt.

In der Schlussphase waren es dann Philipp Hasemann, Alexander Velz und Max Zürcher, die für die Entscheidung sorgten. Die HSG konnte nicht mehr antworten – der HTV zog auf 35:30 davon und machte den Derbysieg perfekt.

Rechtsaußen Niklas Huser bringt die Stimmung nach dem Spiel auf den Punkt: „Das war heute genau das, was ein Derby ausmacht. Wir haben nie aufgehört zu kämpfen und uns auch von Rückschlägen nicht aus der Ruhe bringen lassen. Gerade in der Schlussphase haben wir als Mannschaft zusammengestanden und das Spiel gemeinsam gezogen. Vor dieser Kulisse so einen Derbysieg zu feiern, ist einfach überragend.“

Überragender Torschütze des HTV war Alexander Velz mit neun Treffern. Philipp Hasemann erzielte fünf Tore, Luis Ehret und Max Zürcher jeweils sechs. Auf Seiten der Gäste traf Ilja Kosmirak mit acht Toren am besten.

TV 1893 Neuhausen/E. vs. TSV Weinsberg 34:36 (13:17)

Der TSV 1866 Weinsberg hat am Samstag beide Punkte aus Metzingen-Neuhausen entführt. In einem torreichen Spiel besiegte der TSV den TV 1893 Neuhausen/Erms mit 34:36, Halbzeitstand 13:17. Der erfolgreichste Spieler der Partie war Phillip Brodmann. Er erzielte zehn der 36 Weinsberger Tore.

Der TSV 1866 Weinsberg zeigte vor fremdem Publikum eine konzentrierte Leistung. Dank einer starken zweiten Hälfte mit 19 Toren gelang ein kaum gefährdeter Sieg in fremder Halle. Nach 15 Minuten führten die Gäste mit 7:9.

Weinsberg baute seine Führung aus und so ging es mit einem 13:17 für die Gäste aus der Kernerstadt in die Pause. Nach Wiederanpfiff blieb das Match bis in die Schlussminuten hinein spannend.

„Wir haben 55 Minuten sehr konzentriert gespielt und eine starke Leistung und ein super Spiel abgeliefert“, berichtet TSV-Coach Stefan Martin. In den letzten fünf Minuten sei seine Mannschaft etwas nervös geworden und der Vorsprung sei auf zwei Tore geschmolzen. „Wir kämpfen uns mit unserer jungen Mannschaft in die Saison in die neue Saison, unser Ziel ist es, die positive Entwicklung aus der Vorsaison kontinuierlich fortzusetzen“, erklärt der TSV-Trainer. Er freue sich besonders, dass sich die Neuzugänge schnell und toll in die Mannschaft integriert haben und mit dem Team harmonieren.

 

HC Neuenbürg vs. TuS Steißlingen 26:31 (14:16)

Der TuS Steißlingen hat am 3. Spieltag der Regionalliga BW die ersten zwei Punkte der noch jungen Saison eingefahren. Beim HC Neuenbürg 2000 setzte sich die Mannschaft von Trainer Jürgen Herr nach einer couragierten und hochkonzentrierten Leistung am Samstagabend verdient mit 31:26 (16:14) durch.

Der TuS erwischte einen hervorragenden Start in die Begegnung. Das Zusammenspiel zwischen einer aufmerksamen, aggressiven Defensive und Torhüter Leon Sieck griff von der ersten Minute an und so lagen die Gäste bereits nach 13 Minuten mit 4:10 in Front.

Die entscheidende Phase der Partie war dann zwischen der 45. und 60. Minute:  Mit einem 5:0-Lauf von 20:17 (41. Min.) auf 25:18 (50. Min.) stellte das Team vom Bodensee die Weichen endgültig auf Sieg. Auch in der heißen Schlussphase bewahrten die Gäste stets einen kühlen Kopf, unterbanden die Aufholversuche der Neuenbürger konsequent und brachten den Vorsprung souverän über die Zeit.

Neben dem bärenstarken Gespann um Florian Riegler im Feld und Leon Sieck im Gehäuse war der erste Saisonsieg allen voran das Resultat einer rundum geschlossenen und leidenschaftlichen Teamleistung.

TSV Heiningen vs. TSV Schmiden 33:32 (16:15)

War das eine spannende Partie zwischen Heiningen und Schmiden! Die Staren und die Pumas liefern sich am Samstagabend ein Duell auf Augenhöhe - mit dem besseren und glücklicheren Ende für das Heimteam. Anschließend an die Partie bekam TSV-Trainer Richard Babjak von seinem Trainerkollegen Mike Wolz für die Vorstellung seines Teams ein Riesenlob, was sich zwar gut anfühlen mag – Punkte allerdings gibt es dafür keine.

Es war eine ausgeglichene Begegnung, in der keine Mannschaft sich mit mehr als zwei Punkten absetzen konnte. „Es war ein überragendes Spiel von beiden Seiten, Kleinigkeiten haben entschieden, am Ende ein bisschen die Erfahrung“, sagte der Coach des TSV Schmiden.

Beim Stand von 32:32 fuhr das Heimteam den letzten Angriff, Nick Kohnle tankte sich durch und wurde beim Wurf gefoult - Siebenmeter. Anschließend folgte der große Auftritt von Moritz Fink, der auch bei seinem fünften Versuch von der Linie eiskalt blieb und nach Ablauf der Uhr zum 33:32 einnetzte. Seine Mitspieler stürmten auf ihn zu, die Freude war riesengroß. Somit bleibt Heiningen gemeinsam mit Baden-Baden verlustpunktfrei und darf sich über einen starken Saisonstart freuen.

In der kommenden Woche steht dann direkt das nächste Topspiel an, wenn die Staren zum Drittligaabsteiger aus Köndringen reist. Für die Pumas geht es zum Duell der Aufsteiger nach Meißenheim.

TVS Baden-Baden vs. SG Weinstadt 35:29 (17:11)

Drei Spiele, drei Siege: Die Bilanz des TVS in der noch jungen Regionalliga-Saison könnte besser nicht ausfallen. Durch den 35:29-(17:11)-Heimerfolg gegen die SG Weinstadt verteidigten die Schützlinge des Trainergespanns Marius Merkel/Markus Koch die Tabellenführung. 

Schon zur Halbzeit zeichnete sich der Sandweierer Erfolg ab, wobei das spektakulärste Tor der Hausherren im ersten Abschnitt auf das Konto von Lukas Veith ging. Der Rückraumakteur stellte mit einem direkt verwandelten fulminanten Freiwurf über die Mauer hinweg direkt in den Winkel den 17:11-Pausenstand her. In der zweiten Hälfte zog der TVS auf 18:11 und 21:13 weg, das Spiel war somit schon früh entschieden und das Trainerduo konnte munter durchwechseln. 

Weinstadt wartet mit nun 1:5 Punkten weiter auf den ersten Saisonerfolg, beim Heimspiel gegen die SG Heddesheim am kommenden Wochenende soll dieser endlich gefeiert werden.

SG Köndringen/Teningen vs. SG Heddesheim 25:24 (13:13) 

Die SG Köndringen/Teningen hat am vergangenen Wochenende das Regionalliga-Heimspiel gegen die SG Heddesheim knapp mit 25:24 (13:13) gewonnen. In dem hart umkämpften Spiel in der Ludwig-Jahn-Halle gaben die Heddesheimer Löwen in der Schlussphase der zweiten Halbzeit eine Vier-Tore-Führung (21:17 in der 48. Minute) noch aus der Hand. Zunächst gelang der SG den Ausgleich zum 22:22, Torschütze hier war Thorsten Fink. Ein Doppelschlag von Lars Thiele ließ die Gäste wieder auf 22:24 enteilen und es sah vier Minuten vor Schluss vieles nach einem Auswärtserfolg für die SG aus. 

Doch durch einen abschließenden 3:0-Lauf sicherten sich die Gastgeber aus Köndringen/Teningen schließlich den Heimsieg. Emanuel Bello traf eine Minute vor Ablauf der Uhr zum 25:24. Im Folgeangriff hielt die Deckung der Hausherren stand und so freute sich der Drittligaabsteiger über die nächsten zwei Punkte. Heddesheim hingegen muss die zweite Niederlage im dritten Spiel in Kauf nehmen.

VfL Waiblingen vs. HG Oftersheim/Schwetzingen 28:30 (14:13)

Mit einem satten Fehlstart ging die HG Oftersheim/Schwetzingen in das Regionalliga-Duell beim VfL Waiblingen. Dieser wurde von den Kurpfälzer Handballern bei schmaler Besatzung jedoch noch korrigiert. Und am Ende wurden die ersten beiden Auswärtspunkte mit einem 30:28 (13:14)-Erfolg mehr erkämpft und erarbeitet als souverän und locker herausgespielt.

Mit 6:1 lagen zunächst die Hausherren in Front, nutzten die Fehler der HG eiskalt aus und zwangen Coach Christoph Lahme schnell zur ersten Auszeit. Lahme schildert seine Sicht der Dinge: „Wir hatten eine wirklich schlechte Anfangsphase, wo wir nach dem ersten Angriff und unserem 1:0 durch Yannick Muth gar nicht mehr nach unserem Konzept agierten und uns viele falsche sowie schlechte Abschlüsse nehmen. Die Abwehr und Robin Zupp im Tor haben uns da vor mehr bewahrt, sonst wären wir zur 15. Minute wohl noch weiter hinten gewesen. Dann kommen wir besser ins Spiel, schaffen es klarer, unsere Situationen heraus zu arbeiten und sind zur Halbzeit bis auf ein Tor dran.“

Nach der Pause glich die HG aus (19:19) und ging anschließend das erste mal in Führung. Diese wurde dann in der besten Phase des HG-Auftritts auch ausgebaut (24:28/55.). 

Maßgeblich am Erfolg beteiligt war Linksaußen Max Barthelmeß mit acht Treffern allein in diesem vorentscheidenden Spielabschnitt. Auch wenn die Hausherren noch einmal aufholten (26:28), wurde die Begegnung dann besonnen zu einem guten Ende gebracht. Der HG-Übungsleiter: „Das haben wir uns nicht mehr nehmen lassen. Am Ende des Tages würde ich schon sagen, wir gewannen vielleicht dreckig, aber verdient.“

Foto: Widmann