Regionalliga-Bericht Männer: Pumas mit furioser Aufholjagd, Weinstadt im Derby souverän
SKV Unterensingen vs. TSV Heiningen 27:30 (16:16)
Sehr engagiert und motiviert starteten die SKV-Handballer gegen den Favoriten aus Heiningen ins Spiel, nahmen mit ihrem Tempospiel die Halle gleich richtig mit. Nach knapp fünf Spielminuten und Toren von Nico Hiller, Luis Sommer (2) und Sandro Münch stand ein 4:1 an der Anzeigetafel. Nach einem von Philipp Keppeler verwandelten Strafwurf betrug der Vorsprung nach zehn Minuten beim 8:4 schon vier Tore. Auch wenn Heiningen bis zur Pause ein 16:16 herstellte, war man im Lager der “Spitzmäuse” hochzufrieden mit dem ersten Durchgang. „Das war eine ganz starke erste Halbzeit gegen einen absoluten Top-Gegner“, so SKV-Trainer Michael Schwöbel.
Im zweiten Durchgang übernahmen die Gäste aber mehr und mehr das Heft des Handelns und setzten sich so stetig ab. Nach dem 22:26 durch den neunfachen Torschützen Nick Kohnle (einmal mehr in Heininger Überzahl) deutete vieles in Richtung Auswärtssieg, Janick Höer machte mit dem 24:28 gut drei Minuten vor Ende den Deckel auf die Partie.
Die Staren sind somit nach vier Spieltagen die einzige Mannschaft mit einer perfekten Bilanz von 8:0 Punkten, Unterensingen reiht sich nach der dritten Niederlage am Ende der Tabelle ein, bleibt aber zum frühen Zeitpunkt der Saison weiter optimistisch. „Die Moral hat gestimmt“, fügte Michael Schwöbel an und stellte fest: „Die bisherigen Spiele haben gezeigt, dass wir konkurrenzfähig sind!“.
HG Oftersheim/Schwetzingen vs. HC Neuenbürg 2000 28:33 (14:13)
Vielleicht ist es die Überraschung des Spieltags: Die Foxes aus Neuenbürg reisen mit 1:5 Punkten als Außenseiter zum Drittligaabsteiger aus Oftersheim, welcher mit 4:2 Zählern einen soliden Saisonstart hingelegt hat. Ausgerechnet beim Favoriten gelingt dem Team von Trainer Vedran Dozic der erste Saisonerfolg.
Dabei entwickelte sich bis zum 14:13-Pausenpfiff ein Kopf-an-Kopf-Rennen, bei dem sich keine der beiden Mannschaften absetzen konnte.
Mit entscheidend war die Phase zwischen der 41. und 45. Minute, als Siedelmann (zwei Treffer), Meyer und Köster mit einem 4:0-Lauf den Vorsprung auf 18:23 für die Gäste ausbauten. Nach drei Toren der Gastgeber stand die Begegnung beim 24:25 noch einmal auf die Kippe, doch ein weiterer 4:0-Lauf der Foxes (3x Siedelmann, 1x Faeser) stellte die Weichen endgültig auf Auswärtssieg.
Neuenbürg arbeitet sich mit nunmehr 3:5 Punkten auf den 12. Rang vor, während die HG mit 4:4 Punkten auf dem geteilten sechsten Rang verweilt.
TSV Weinsberg vs. HTV Meißenheim 31:40 (14:19)
Der HTV Meißenheim bleibt in der Regionalliga weiter in der Erfolgsspur. Beim TSV 1866 Weinsberg zeigte die Mannschaft eine geschlossene Leistung und setzte sich am Ende souverän mit 31:40 (14:19) durch.
Von der ersten Sekunde an wurde in der Weibertreuhalle ein unfassbares Tempo gegangen. Beide Mannschaften spielten mit enormer Geschwindigkeit und suchten konsequent den Weg nach vorne. Tore fielen beinahe im Minutentakt – nach gerade einmal acht Minuten stand es bereits 10:6 für die Gastgeber. Doch der Aufsteiger ließ sich davon nicht beeindrucken und schlug direkt zurück. Besonders zwischen der 33. und 44. Spielminute setzte sich Meißenheim entscheidend ab und führte zwischenzeitlich mit acht Toren.
Ein entscheidender Faktor für den souveränen Auswärtssieg war Mirco Zander im Tor. Mit herausragenden 23 Paraden gab er seiner Mannschaft immer wieder den nötigen Rückhalt und sorgte dafür, dass Weinsberg auch in Phasen, in denen die Gastgeber Druck aufbauten, nicht zurück ins Spiel finden konnte.
TSV Schmiden vs. SG Köndringen/Teningen 33:33 (12:12)
Im zweiten Heimspiel der Saison haben sich die Schmiden Pumas mit 33:33 von der SG Köndringen/Teningen getrennt. Dabei sah es sehr lange nicht nach einem Punktgewinn für die Hausherren aus. Nach 50 gespielten Minuten stand nämlich ein 22:29 auf der Anzeigetafel. Zu diesem Zeitpunkt glaubten wohl nur die Wenigsten im Pumakäfig daran, dass die Heimmannschaft hier noch etwas Zählbares mitnehmen würde. „Dass wir heute nicht verlieren, ist fast unglaublich. Ich bin stolz auf den Kampf und die Moral, die mein Team gezeigt hat“, so Cheftrainer Richard Babjak.
Insbesondere die fünf Minuten nach der Pause gingen an die Gäste aus dem Kreis Emmendingen, als aus dem 12:12-Pausenstand ein 13:18 wurde. In der Folge entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, in dem es den Pumas allerdings nicht gelang, den Rückstand entscheidend zu verkürzen.
Allerdings nur bis zur bereits thematisierten 50. Minute. Ein paar technische Fehler der Gäste aus Köndringen hauchten den Schmidenern neue Hoffnung ein. Im Angriff waren es zu diesem Zeitpunkt vor allem Robin Paul und Eric Geßwein, die immer wieder Akzente setzen konnten und dafür sorgten, dass der Rückstand zwei Minuten vor Schluss nur noch ein Tor betrug. Trotz der Aufholjagd brauchte es am Ende auch etwas Glück. Ein verworfener 7-Meter der Gäste öffnete die Tür und Paul Feirabend sorgte wenige Sekunden vor Schluss mit seinem fünften getroffenen Strafwurf für Ekstase bei den Pumas und ihren Fans.
TuS Steißlingen vs. TV 1893 Neuhausen/E. 41:38 (21:18)
Der TuS Steißlingen hat im zweiten Heimspiel der Regionalliga-Saison ein echtes Offensivfeuerwerk abgebrannt. In einer hochklassigen, temporeichen und bis in die Schlussphase super spannenden Partie setzten sich die Hegauer am Samstagabend vor heimischem Publikum mit 41:38 (21:18) gegen den TV 1893 Neuhausen/Erms durch und verbuchten die ersten beiden Heimzähler auf der Habenseite.
Dabei war es über 60 Minuten ein hochintensiver Abnutzungskampf zwischen den Teams. Zwar behauptete der TuS zunächst die Führung und zog beim 26:23 und 31:28 immer wieder vor, doch die Gäste aus Neuhausen steckten keineswegs auf. Als der TVN das Spiel Mitte der zweiten Halbzeit drehte und in der 52. Spielminute beim 33:35 mit zwei Toren in Führung ging, drohte die Partie zu kippen.
In der absoluten Crunchtime behielten die Steißlinger jedoch kühlen Kopf und bewiesen Moral: Die Mannschaft fightete sich Tor um Tor zurück und übernahm beim 37:36 durch Samuel Wendel wieder das Zepter. Nach einer Auszeit in der 59. Minute machte Niklas Schmid mit einem Hattrick binnen zwei Minuten zum 40:36 den Sack endgültig zu, ehe Lennart Sieck den Schlusspunkt zum spektakulären 41:38-Endstand setzte.
SG Heddesheim vs. TVS Baden-Baden 24:24 (13:13)
Ebenfalls ein Handball-Spektakel, allerdings deutlich torärmer erlebten die Zuschauer in der Nordbadenhalle in Heddesheim. Hier trennte sich die heimische SG mit 24:24 vom favorisierten TVS Baden-Baden.
Bis zur Pause befanden sich die Teams stets auf Augenhöhe, beim 20:17 durch Felix Kirschner konnten die Löwen aber erstmals auf drei Tore vorlegen. Baden-Baden nutzte in der Folge die Fehler der Hausherren aus und ging in der Crunchtime mit 23:24 in Front, als Maximilian Vollmer einnetzte.
Nach einem Ballgewinn der Heddesheimer folgte dann der große Auftritt von Louis Maurer: 12 Sekunden vor Schluss war es der Linksaußen, der den erlösenden Treffer zum 24:24 erzielte und damit den Löwen einen wichtigen und durchaus verdienten Punkt sicherte.
HSG Willstätt-Hanauerland vs. HSG Ostfildern 32:24 (17:12)
Erlösend dürfte auch der Heimsieg der Hanauerland-Handballer gewesen sein. Das Team von Ole Andersen feiert gegen Ostfildern den ersten Saisonsieg und kann sich dabei vor allem auf eine starke Defensive verlassen.
Moritz Schade eröffnete die Partie mit zwei Treffern, anschließend erhöhte Dinko Dodig auf 3:0. Ostfildern kam zwar auf 3:2 heran, doch unsere Mannschaft ließ sich davon nicht beeindrucken. Bis zur Pause war es immer wieder Rückraumshooter Lennart Cotic der Torgefahr ausstrahlte und so für den 17:12-Halbzeitstand sorgte.
Dass Willstätt im zweiten Durchgang nichts mehr anbrennen ließ, verdanken sie in erster Linie Torhüter Gunter Zölle. 17 Paraden in der zweiten Halbzeit sprechen eine deutliche Sprache. Immer wieder war Zölle zur Stelle, wenn Ostfildern gefährlich wurde, und gab seiner Mannschaft damit den entscheidenden Rückhalt.
SG Weinstadt vs. VfL Waiblingen 29:25 (14:10)
Die SG Weinstadt und der VfL Waiblingen lieferten sich am Sonntagabend einen packenden Fight – mit besserem Ende für die SG (29:25). Zwei Rote Karten, ein Zweiminuten-Festival sowie zwei starke Abwehrreihen sorgten für ein nicht immer schönes, aber packendes Derby.
Vor 500 Zuschauern in einer damit pickepackevollen Sporthalle in Weinstadt-Beutelsbach entwickelte sich zunächst ein Spiel der dominanten Abwehrreihen: In den ersten zehn Minuten fielen nur fünf Tore. Bei den Waiblingern verriegelte Dominik Wolf den Kasten der Gäste, auf Weinstädter Seite stand die Abwehr im Verbund mit Keeper Joshua Scheiner felsenfest. Zwei rote Karten schwächten die Waiblinger und so konnte die SG bis zur Pause auf 14:10 enteilen.
Auch in den zweiten 30 Minuten ließen die Weinstädter nicht nach. Das Heimteam konnte den Vorsprung von vier Toren ständig aufrechterhalten, auch dank einer Umstellung auf vier Rückraumspieler im Angriff. Trotzdem ging die Türe für die Waiblinger in der 50. Minute nochmal kurz auf: Bei eigenem Ballbesitz hatte der VfL die Chance, auf zwei Tore zu verkürzen – doch nach einer Parade von SG-Keeper Joshua Scheiner und einem erfolgreichen Gegenstoß stellte die SG den Vier-Tore-Vorsprung wieder her. Das Derby war entschieden.
Foto: Körner