Regionalliga-Bericht Männer: Pumas euphorisiert nach Derbyerfolg, Staren weiter mit perfekter Bilanz

  03.11.2026    Regionalliga
Am Halloweenwochenende waren alle 16 Teams im Einsatz und die Regionalliga hat wieder hochklassigen Handball in die Sporthallen Baden-Württembergs gebracht. Dabei sticht vor allem der Rems-Murr-Derbyerfolg der Pumas heraus: Mit 41:37 gewinnt Schmiden über den Nachbarn Waiblingen und klettert somit auf Rang drei. Das Führungsduo Heiningen und Baden-Baden gestaltete seine Spiele ebenfalls erfolgreich und trifft am kommenden Wochenende im direkten Duell aufeinander.
SG Heddesheim vs. SKV Unterensingen – 30:35 (16:16)

Der SKV Unterensingen bejubelt den nächsten Sieg und kehrt mit zwei Punkten im Gepäck aus dem nordbadischen Heddesheim zurück. Dabei sahen die Zuschauer im ersten Durchgang ein Spiel auf Augenhöhe, welches mit einem 16:16 in die Halbzeitpause ging. Der Start in den zweiten Durchgang verlief dann optimal aus Gästesicht: Brändle, Münch und Kapitän Mike Pracht mit einem Doppelpack sorgten innerhalb von zweieinhalb Spielminuten mit einem 0:4-Lauf für die 16:20-Führung. Doch die Gastgeber gaben sich nicht auf und Felix Kirschner erzielte nach einer starken Eins-gegen-eins-Aktion den Ausgleich zum 24:24. 

Nach dem 26:27 nutzten dann Dominik Werbitzky, Philipp Keppeler und Mike Pracht eine Spitzmaus-Überzahl konsequent zum Ausbau der Führung auf 26:30. Die SG versuchte es nach einer Auszeit im Angriff mit dem siebten Feldspieler und später in der Abwehr mit offener Manndeckung, aber die SKVler hatten gegen alle Maßnahmen eine Lösung parat, ließen nichts mehr anbrennen.

„Das waren keine zwingenden Auswärtspunkte“ freute sich Trainer Michael Schwöbel nach dem 35:30-Sieg seiner Schützlinge. Mit diesen beiden zusätzlichen Zählern bauen die „Spitzmäuse“ ihre Bilanz aus den letzten fünf ungeschlagenen Spielen auf 9:1 Punkte aus, womit sie mit 11:7 Punkten (gleichauf mit dem Dritten, dem TSV Schmiden) auf Rang vier der Regionalliga vorrücken.

HC Neuenbürg vs. HTV Meißenheim – 42:39 (19:22)

Endlich ist er da, der erste Neuenbürger Heimsieg der laufenden Saison! Groß war die Erleichterung nach zwei Niederlagen und zwei Remis in der bisherigen Spielzeit. Dass am Heimsieg nicht mehr gerüttelt wird, glaubte man im Fuchsbau erst, als Vincent Virzi 55 Sekunden vor dem Abpfiff einen Siebenmeter zum 42:39-Endstand verwandelte. Zu viel hatten die Heimfans bereits in der jungen Saison erlebt. 

Dabei sah es in der ersten Hälfte noch nicht unbedingt nach einem Happy End aus: Vor allem Meißenheims Alexander Velz strahlte mit seinen Schlagwürfen viel Torgefahr aus und sorgte dafür, dass sein Team in den letzten zehn Minuten der ersten Halbzeit das Heft in die Hand nahm. So wechselten die Teams beim 19:22 die Seiten.

Bis zum 35:35-Gleichstand war es weiter ein verbissen, aber fair geführtes Kopf-an-Kopf-Rennen, ehe mit Vincent Virzi und Mattes Meyer, die an diesem Tage durchschlagskräftigsten Werfer der Neuenbürger, zum erfolgreichen Endspurt bliesen und dabei zum ersten Mal in dieser Saison die Vierzig-Tore-Marke durchbrachen. 

Die Foxes sind in der kommenden Woche im Ermstal beim TV Neuhausen gefordert, der HTV wird im Heimspiel gegen Ostfildern versuchen, nach vier Niederlagen in Serie wieder in die Erfolgsspur zurückzukehren.

SG Weinstadt vs. HG Oftersheim/Schwetzingen – 35:32 (16:15)

Einen ganz wichtigen Befreiungsschlag konnten am  Wochenende die Jungs von Jochen Klingler feiern. Die stark verletzungsgeplagten Weinstädter gewannen ihr Heimspiel gegen den Drittligaabsteiger aus Oftersheim mit 35:32 und konnten dabei erneut auf Ruben Sigle bauen, der seine Handballschuhe eigentlich an den Nagel gehängt hatte. Der Linkshänder verstärkte dabei den Innenblock und war eine wichtige Säule. Auch Simon Bayha, der jahrelang für die SF Schwaikheim aktiv war, wurde als Aushilfe verpflichtet – und machte seine Sache bärenstark: „Simon ist immer topmotiviert und kämpferisch ein Vorbild für alle“, sagte SG-Abwehrboss Chris Hellerich nach dem Spiel. „Das ändert sich bei Simon wohl nie, auch nicht nach acht Jahren Handballpause.“

Während hinten also die Routiniers den Laden zusammen hielten, waren es vorne die Youngster, die die Kohlen aus dem Feuer holten.  „Ivan machte ein herausragendes Spiel und wirft uns mit zehn Toren zum Sieg“, meinte Julian Linsenmaier nach der Schlusssirene in der „Beutelsbacher Hölle“

Der Sieg ist nach drei Niederlagen in Folge nicht nur für die Tabelle, sondern auch für die Moral der SG wichtig. Und das vor dem Derby in Schmiden in der kommenden Woche, das schon mit Spannung erwartet wird. Die HG Oftersheim/Schwetzingen hingegen ist am Bodensee beim TuS Steißlingen gefordert.

TSV Schmiden vs. VfL Waiblingen – 41:37 (19:18)

450 Zuschauer, 78 Tore und ein überragender TSV-Spielmacher Joey König: Die Schmiden Pumas haben das mit Spannung erwartete Rems-Murr-Derby gegen den VfL Waiblingen mit 41:37 (19:18) für sich entschieden. In einer temporeichen und umkämpften Begegnung setzte sich die Mannschaft von Trainer Richard Babjak vor allem dank einer starken zweiten Halbzeit durch und kletterte auf den dritten Tabellenplatz.

Von der ersten Minute an war im Pumakäfig alles angerichtet für einen besonderen Handballabend. Beide Mannschaften lieferten sich einen offenen Schlagabtausch, bei dem die Offensivreihen dominierten und die Abwehrreihen auf beiden Seiten immer wieder vor große Probleme gestellt wurden. Die Pumas legten vor, Waiblingen antwortete – und so entwickelte sich eine torreiche erste Halbzeit, in der sich keines der beiden Teams entscheidend absetzen konnte.

Im Mittelpunkt stand dabei vor allem ein Spieler: Joey König. Der Schmidener Spielmacher erwischte einen herausragenden Abend und stellte die Waiblinger Defensive mit seiner Schnelligkeit, seinen überraschenden Richtungswechseln und seiner Abschlussstärke immer wieder vor unlösbare Aufgaben.

Nach dem Seitenwechsel gelang es den Gastgebern zunehmend, das Spielgeschehen zu kontrollieren. Mit hohem Tempo, konsequentem Zug zum Tor und wichtigen Ballgewinnen erspielten sich die Pumas erstmals einen Vorsprung von drei Treffern. Besonders Torhüter Nicolai Wolf rückte nun in den Mittelpunkt. Mit mehreren entscheidenden Paraden brachte er die Waiblinger Angreifer zur Verzweiflung und setzte in der 47. Minute sogar selbst ein Ausrufezeichen, als er den Ball zum 32:28 ins verwaiste Gästetor beförderte.

In der Schlussphase ließen sich die Hausherren den Derbysieg nicht mehr nehmen. Mit 41:37 brachten die Pumas den zweiten Heimsieg in Folge unter dem lautstarken Jubel der 450 Zuschauer sicher über die Ziellinie.

TV 1893 Neuhausen/E. vs. TSV Heiningen – 31:35 (14:16)

Der TSV Heiningen hat am Samstagabend auch die schwierige Auswärtsaufgabe beim TV Neuhausen/Erms erfolgreich gelöst und mit 35:31 (16:14) gewonnen. Doch das Ergebnis täuscht ein wenig über den tatsächlichen Spielverlauf hinweg. Die Staren mussten in der Hofbühlhalle über 60 Minuten kämpfen, denken und immer wieder die richtigen Antworten finden.

Neuhausen machte es dem Spitzenreiter von Beginn an alles andere als leicht. Die Gastgeber überraschten die Staren immer wieder mit taktischen Veränderungen und stellten das Team von Hagen Gunzenhauser und Mike Wolz vor große Herausforderungen. Überwiegend agierte der TVN mit sieben Feldspielern (ohne Torwart) und sorgten mit drei Kreisläufern für ungewöhnliche Bilder und jede Menge Arbeit für die Heininger Defensive.

Erst kurz vor der Pause erspielten sich die Staren einen kleinen Vorteil und gingen mit einer 16:14-Führung in die Kabine. Über 19:14 und 21:15 bauten die Staren den Vorsprung auf sechs Tore aus. Doch wer dachte, die Begegnung sei damit entschieden, sah sich schnell getäuscht. Neuhausen wechselte weiter seine taktischen Varianten, kämpfte sich zurück und brachte den Tabellenführer immer wieder aus dem Rhythmus.

Beim 22:24 und auch beim 24:26 war plötzlich wieder alles offen. Doch genau in diesen Phasen zeigte sich, warum die Staren derzeit von der Spitze der Regionalliga grüßen. Die Mannschaft blieb ruhig, ließ sich von den ungewohnten Formationen der Gastgeber nicht aus der Ruhe bringen und fand immer wieder Lösungen.

Mit nun 18:0 Punkten wahren die Staren ihren Vorsprung und gehen voller Selbstvertrauen ins Spitzenspiel gegen den ersten Verfolger aus Baden-Baden. Der TVN empfängt derweil die Foxes aus Neuenbürg zum nächsten Heimspiel in der Hofbühlhalle.

TVS Baden-Baden vs. TSV Weinsberg – 35:34 (15:16)

Wer dabei war in der Sandweierer Rheintalhalle, wird das Regionalliga-Spiel des TVS gegen den TSV Weinsberg so schnell nicht vergessen. 60 Minuten Tempo-Handball und Spannung pur waren angesagt. Es ging hin und her, der Hallensprecher kam mit seinen Ansagen kaum hinterher. Die beiden Mannschaften lieferten sich in der Tat einen Abnutzungskampf, der sich sehen lassen konnte und alles in sich hatte, was den Handball so interessant macht.

So ließ sich keins der beiden Teams im Spielverlauf wirklich abschütteln und alles steuerte auf eine spannenden Crunchtime hin. Zwar legten die Sandweierer hier zum 30:27 und 31:28 (50.) vor, mussten Weinsberg um den überragenden zwölffachen Torschützen Jan Pröllochs aber wieder zum 31:30 (52.) aufschließen lassen. In den letzten Minuten überschlugen sich die Ereignisse. Jedes TVS-Tor beantwortete der Gast mit einem Treffer ihrerseits – bis zum 35:34-Endstand.

Neben dem hart erkämpften Heimsieg gab es am Samstagabend noch einen weiteren Grund zum Jubeln: das Trainerteam um die Chef-Coaches Marius Merkel und Markus Koch, Torwarttrainer Frank Zink und Physiotherapeut Kai Wilke haben allesamt verlängert und leiten auch in der kommenden Saison die Geschicke der Regionalliga-Mannschaft.

Nach dem sechsten Saisonsieg haben die Grün-Weißen vor dem Gastspiel am Samstag bei Spitzenreiter Heiningen das Punktekonto auf 13:5 ausgebaut und damit den zweiten Platz verteidigt, Weinsberg rutscht mit 9:7 Punkten vorerst auf den siebten Rang.

HSG Willstätt/Hanauerland vs. TuS Steißlingen – 32:27 (14:14)

32:27-Heimsieg gegen den TuS Steißlingen – starke Abwehr, konsequente Chancenverwertung und ein überragendes Comeback von Lorenz Schmid - so lautet die Überschrift der HSG nach dem Erfolg über das Team vom Bodensee. 

Nach seinem Handbruch stand Lorenz Schmid erstmals wieder zur Verfügung und erwischte einen Einstand nach Maß: Sechs Würfe, sechs Treffer! Dabei setzten sich die Hausherren erst im zweiten Durchgang ab, über 17:15 und 20:16 bog die HSG langsam in die Siegerstraße ein. Bester Torschütze des Heimteams war Ilja Kosmirak mit neun Treffern, bei den Gästen aus Steißlingen konnte vor allem Marius Dreher mit zehn Treffern Torgefahr ausstrahlen.

HSG Ostfildern vs. SG Köndringen/Teningen – 34:26 (18:12)

Nach fünf Spielen ohne Punktgewinn schlägt die HSG Ostfildern zurück und bezwingt den Drittligaabsteiger aus Köndringen. Dabei sehen rund 250 Zuschauer in der Körschtalhalle einen ausgeglichenen Beginn, bei dem vor allem die Angriffsreihen dominieren. So leuchtete nach 13 Minuten ein 10:10 von der Anzeigetafel. Doch nun schlug die Stunde der Hausherren und bis zur Pause ließen sie nur noch zwei Gegentreffer zu, während sie selbst ganze acht mal einnetzten. Dabei legte die HSG vor allem mit einer starken Abwehrleistung und einem gut aufgelegten Fabio Breuning zwischen den Pfosten den Grundstein für den Erfolg.

Im zweiten Durchgang ließ die Truppe von Jörg Ebermann nichts mehr anbrennen und freute sich nach der Durststrecke über die lange ersehnten zwei Punkte. Mit 6:12 Punkten rücken sie somit auf einen Zähler an die SG heran, welche aktuell mit drei Niederlagen in Serie in einer kleinen Ergebniskrise steckt.

Foto: Frick