Regionalliga-Bericht Männer: Ostfildern schlägt Schwäbisch Gmünd, Weinsberg mit Torfestival
HSG Ostfildern vs. TSB Schwäbisch Gmünd 36:35 (17:17)
Ein wilder Schlagabtausch zwischen der heimischen HSG und den Jets aus Schwäbisch Gmünd endet mit einem knappen Heimsieg für die Hausherren. Eine intensive Partie mit insgesamt elf Zeitstrafen steuerte von Beginn an auf eine enge Schlussphase zu, denn ständig wechselte die Führung und kein Team konnte sich auf mehr als drei Treffer absetzen. In der Crunchtime entschieden die Schiedsrichter bei Janne Böhms Knaller an die Unterkante der Latte auf Tor zum 34:32. Die lautstarken Proteste der Gmünder Bank wurden mit einer Zeitstrafe belegt.
Der mit elf Toren überragende Torschütze Luis Foege stellte in Überzahl auf 35:32, Yannik Leichs verkürzte aber im direkten Gegenzug auf 35:33 und Linksaußen Niklas Burtsche kurze Zeit später sogar 35:34. HSG-Kreisläufer Lukas Aichele baute mit dem 36:34 wieder ein kleines Polster auf und erzielte den letzten HSG-Treffer des Abends.
Niklas Burtsche verkürzte per Siebenmeter-Nachwurf noch einmal auf 36:35, die HSG gab den Ball in den letzten Sekunden aber nicht mehr her und freute sich anschließend riesig über den Überraschungs-Heimerfolg gegen Schwäbisch Gmünd.
„36 Gegentore sind einfach zu viel – egal, ob sie aus eigenen Fehlern im Angriff oder durch schlechte Abwehrarbeit entstehen“, kritisierte ein sichtbar enttäuschter TSB-Trainer Aaron Fröhlich nach Abpfiff. Die Jets rutschen somit auf den vierten Rang, Ostfildern gleicht sein Punktekonto aus und liegt nun mit 21:21 Zählern auf dem zehnten Platz.
TVS 1907 Baden-Baden vs. TV 1893 Neuhausen/E. 33:30 (17:14)
Saisonsieg Nummer 15 für den TVS! Das Team von Sandro Catak behält gegen den TV Neuhausen/Erms mit 33:30 die Oberhand und klettert auf den dritten Tabellenplatz.
Das Heimteam erwischte den deutlich besseren Start und führte schnell mit 10:5. Bis zur Pause verkürzte Neuhausen etwas und blieb in Schlagdistanz: Nadim Brockhaus besorgte mit der Halbzeitsirene den 17:14-Anschlusstreffer.
Die Gäste wehrten sich im zweiten Abschnitt weiter nach Kräften, waren aber nicht in der Lage, das Blatt noch zu wenden. Das lag nicht zuletzt am überragenden TVS-Torhüter Andreas Uttke, der seinen Vorderleuten mit zahlreichen Paraden den nötigen Rückhalt gab. Zwischenzeitlich führten die Hausherren mit 22:16 (40.), 27:20 (46.) und 29:23 (50.). In den letzten Minuten betrieb der TVN noch etwas Ergebniskosmetik und verkürzte auf 33:30.
„Wir haben nicht durchgängig auf unserem besten Level agiert. Einerseits konnten wir uns bis in die Schlussphase hinein nie in Sicherheit wiegen, andererseits haben wir den Gegner aber immer auf Distanz gehalten und sicherlich auch verdient gewonnen“, sagte Catak nach den 60 intensiven Minuten.
TuS Steißlingen vs. TSV Heiningen 1892 30:32 (14:13)
Im Duell der zwei wohl heißesten Teams der Liga setzen sich die Staren aus Heiningen durch und bauen ihre Erfolgsserie aus. Zehn ungeschlagene Spiele auf Steißlinger Seite standen acht Heininger Siege in Folge entgegen.
Von Beginn an entwickelte sich die erwartete enge Partie. Beide Mannschaften schenkten sich nichts und kämpften um jeden Ballbesitz. Heiningen agierte mit einer sehr offensiven Deckungsvariante, die dem TuS läuferisch viel abverlangte. Dennoch fanden die Steißlinger immer wieder die richtigen Lücken und Lösungen, um zum Torerfolg zu kommen. Da auch die eigene Defensive lange Zeit stabil stand, ging der TuS mit einer knappen 14:13-Führung in die Kabine.
Nach dem Seitenwechsel schlichen sich bei den Hausherren zunehmend Fehler im Spielaufbau ein. Einige Ballverluste und die schwindenden Kräfte gegen eine individuell stark besetzte Heininger Mannschaft sorgten dafür, dass die Gäste die Spielkontrolle übernahmen. Der TSV nutzte diese Phase konsequent aus und erarbeitete sich eine Vier-Tore-Führung. Zwar bewiesen die Steißlinger Moral und kämpften sich kurz vor dem Ende noch einmal bis auf ein Tor heran, für eine komplette Wende der Partie fehlte in der entscheidenden Phase jedoch das Quäntchen Glück und die nötige Präzision.
TSV 1899 Blaustein vs. SG Heddesheim 23:32 (11:18)
Nach vier Niederlagen in Folge gewinnen die Löwen aus Heddesheim und erarbeiten sich den achten Tabellenrang. Beim Auswärtsspiel im Ulmer Vorort startet die SG furios und führt direkt mit 0:4. Bis zur 25. Spielminute hat dieser Vorsprung bestand, mit drei Toren in Folge erhöhen die Gäste bis zum Pausenpfiff aber noch auf 11:18.
In der zweiten Halbzeit änderte sich nicht viel. Die Löwen hatten das Spiel sicher im Griff. Blaustein hielt im Rahmen seiner Möglichkeiten jetzt etwas besser mit, hatte aber nie ernsthafte Möglichkeiten, die drohende Niederlage abzuwenden. Nach einer Auszeit Mitte der zweiten Halbzeit zogen die Löwen dann von 18:24 auf 18:28 weiter davon. Der Sieg war besiegelt und wie die Löwen diesen Auswärtserfolg gefeiert haben, das seht ihr im Instagram-Beitrag.
HSG Albstadt vs. MTG Wangen 35:26 (17:15)
Ein hartes Stück Arbeit liegt hinter dem Tabellenführer, der die Partie gegen Wangen mit 35:26 für sich entscheidet. Bis zum 20:18 kurz nach der Pause hält die MTG aus dem Allgäu gut mit und bereitet den Hausherren immer wieder Probleme. Dann allerdings zieht die HSG auf 25:20 davon, wobei vor allem Kreisläufer Fabian Mayer in dieser Phase Torgefahr ausstrahlt.
Spätestens beim 33:26 durch Samuel Hartmann gut fünf Minuten vor Schluss standen die Zeiger endgültig auf Heimsieg und somit fährt die HSG den dritten Erfolg in Serie ein. Mit 33:11 Punkten hat die HSG weiterhin den Platz an der Sonne und somit die Poleposition im Rennen um den Aufstieg inne. Wangen hingegen bleibt mit 14:30 Punkten weiterhin 13.
TSV 1866 Weinsberg vs. TV Plochingen 48:28 (24:15)
Ein wahres Torspektakel feiert der TSV Weinsberg beim Heimspiel über Plochingen! 24 Treffer pro Halbzeit zeigen, dass in der Offensive fast alles gelingen wollte und die Gäste aus Plochingen keine Mittel hatten, die Angreifer zu stoppen.
Linksaußen Nils Eilers kam auf acht Treffer, Jan Pröllochs und Samuel Schmid trafen sieben Mal. Sieben weitere Spieler trafen ebenfalls mindestens drei Mal, so dass sich die Torgefahr auf viele Schultern verteilte. Dabei ging der TSV über 60 Minuten ein hohes Tempo und auch trotz des hohen Vorsprungs und vielen Wechseln schaltete man keinen Gang nach unten. Mit einem beeindruckenden 48:28-Sieg kehren die Blau-Weißen also wieder in die Erfolgsspur zurück.
VfL Waiblingen vs. HC Neuenbürg 2000 34:38 (18:15)
Die Foxes aus Neuenbürg besiegen in einem intensiven Spiel den VfL Waiblingen auswärts mit 34:38 (18:15). Dabei drehen sie die Partie im zweiten Durchgang mit starken 23 Toren und klauen somit zwei Punkte aus der Waiblinger Rundsporthalle.
VfL-Linksaußen Niklas Leukert ist mit zehn Treffern der beste Werfer des Abends, auf Seiten der Gäste treffen gleich vier Spieler je siebenmal ein: Vincent Virzi, Mattes Meyer, Felix Rothardt und Nils Pollmer.
Nächsten Samstagabend trifft der VfL auswärts im Derby auf die SG Weinstadt (Hinspiel: 33:27 gewonnen), der HC Neuenbürg 2000 hingegen trifft nach dem 10. Saisonsieg zuhause auf den TV 1893 Neuhausen/E. (Hinspiel: 30:33 gewonnen).
HSG Willstätt/Hanauerland vs. SG Weinstadt 29:27 (18:11)
Was zur Pause und kurz nach Wiederanpfiff nach einer klaren Angelegenheit aussah, entwickelte sich in der Schlussphase zu einem echten Handball-Krimi – mit dem besseren Ende für die Hausherren.
Ab dem 5:7 übernahm die HSG das Zepter, ein 8:1-Lauf stellte auf 13:8. Vor allem Lucas Limouzin und Ilja Hreblev stellten die SG-Abwehr vor große Probleme und konnten immer wieder Nadelstiche setzen.
Bis zum 24:16 schien alles in geordneten Bahnen zu laufen und die HSG sah als sicherer Sieger aus. Doch dann kamen die Gäste aus Weinstadt auf und nach Peter Stäudles Anschlusstreffer zum 25:23 in der 50. Spielminute war die Partie wieder offen. Vier Zeigerumdrehungen später war es erneut der achtfache Torschütze Stäudle, der den Ausgleich erzielte. Doch genau jetzt zeigte die HSG Moral. Limouzin übernahm Verantwortung und knallte den Ball aus dem rechten Rückraum zum 27:26 (55:10) in die Maschen. Luka Karic machte mit dem Treffer zum 29:27 (59.) endgültig den Deckel drauf. „Wir müssen lernen, solche Spiele klarer zu Ende zu bringen“, lautete die Bilanz von HSG-Trainer Michael Bohn.
Foto: Jens Wild