Regionalliga-Bericht Männer: Jets gewinnen Topspiel, Neuhausen überrascht gegen Weinsberg

  02.02.2026    BWHV Spieltechnik Verein
Das vordere Drittel rückt durch die Ergebnisse des Wochenendes noch näher zusammen und der Aufstiegskampf spitzt sich weiter zu. Neuhausen gelingt derweil die Überraschung gegen den Tabellenzweiten.
HC Neuenbürg 2000 vs. HSG Ostfildern 37:33 (17:16)

Den Foxes aus Neuenbürg gelingt der Heimsieg über Ostfildern und somit schließen sie in der Tabelle mit den Gästen aus dem Stuttgarter Raum auf. Von Beginn an waren die Gastgeber am Drücker und legten schnell durch Dominik Brath mit 6:3 vor. Ostfildern konterte aber direkt und glich zum 6:6 aus. Es entwickelte sich ein enges Spiel bei dem der HC ständig vorlegte, die Gäste aber nicht locker ließen. Vor allem Rückraumspieler Janne Böhm strahlte viel Torgefahr aus und kam am Ende des Tages auf neun Treffer. 

Die entscheidende Phase war dann gut eine Viertelstunde vor Schluss: Ein 3:0-Lauf des Heimteams sorgte für die 29:25-Führung, die Auszeit von Marco Gaßmann unterbrach diesen Lauf zwar, doch der HC brachte das Polster über die Zeit und gewinnt nach dem Hinspiel auch das zweite Duell mit der HSG.

SG Heddesheim vs. VfL Waiblingen Handball 24:30 (15:13)

Einen reifen Auswärtsauftritt legten die Tigers aus Waiblingen aufs Parkett. Nachdem die Hausherren beim Halbzeitstand von 15:13 noch knapp die Nase vorne hatten, schlugen die Waiblinger nach dem Seitenwechsel eindrucksvoll zurück: Zwischen der 35. und 45. Spielminute erzielte der VfL starke acht Treffer in Folge und drehte die Partie zum 17:23. 

Heddesheim gab sich aber nicht auf und nach der zweiten Time-Out stabilisierte sich das Team wieder. Beim 23:26 durch Kreisläufer Philipp Ulrich fünf Minuten vor Schluss schnupperten die Löwen noch an einem Comeback, die Gäste blieben aber unbeeindruckt und antworteten ihrerseits mit drei Treffern in Folge. Den Schlusspunkt zum 24:30 setzte David Schröder, treffsicherster Torschütze der Partie war Tobias Maurer mit acht Toren. 

TVS 1907 Baden-Baden vs. TSV 1899 Blaustein 38:29 (14:17) 

Der TVS Baden-Baden stolpert gegen das Schlusslicht aus Blaustein nur eine Halbzeit und fängt sich dann aber eindrucksvoll im zweiten Durchgang. Die Zuschauer erlebten ein Spiel mit zwei grundverschiedenen Hälften. Schlusslicht Blaustein hatte zunächst das Sagen in der Sandweierer Rheintalhalle, profitierte einerseits von den Fehlern und Fehlwürfen des TVS und war andererseits im Abschluss konsequenter als die Einheimischen. Die Folge: Blaustein führte zur Pause mit 17:14.

Ein völlig anderes Bild bot sich den Besuchern dann nach dem Seitenwechsel. Nun dominierte eindeutig der TVS, der 24-mal ins TSV-Gehäuse traf und nur noch 12 Gegentore zuließ. Unter dem Strich stand schließlich ein 38:29-Erfolg der Catak-Schützlinge, die sich damit auf den vierten Platz geschoben haben. 

SG Weinstadt vs. MTG Wangen 30:24 (13:11) 

Die Waschbären haben die erste Heimniederlage der Saison schnell abgeschüttelt und ein intensives Duell mit der MTG Wangen für sich entschieden. Insgesamt 13 Zeitstrafen, drei rote Karten und jede Menge Zweikämpfe ist die Bilanz dieses Spiels am Samstagabend. 

Bis zum 14:13 kurz nach der Pause waren die Teams fast gleichauf, dann übernahm die SG nach und nach das Zepter. Die Führung pendelte sich bei drei bis vier Toren ein, in der Endphase erhöhten Niklas Baisch und Luca Baireuther sogar auf 30:24. Die besten Torschützen der Partie waren Tom Kuhnle (Weinstadt) und Elia Mayer (Wangen) mit jeweils acht Toren.

TV Plochingen vs. TuS Steißlingen 35:44 (11:22)

Zum zweiten Mal in der Saison rollt der Angriffsexpress des TuS Steißlingen und erzielt 44 Tore in einem Spiel! 

Die Partie in Plochingen war von Beginn an eine klare Sache, denn die Gäste legten los wie die Feuerwehr. Nach gut elf gespielten Minuten erzielte Robin Schmidt das 3:10, bis zum Pausenstand von 11:22 konnten die Steißlinger die Führung weiter ausbauen. Auch im zweiten Durchgang traten die Männer von Jürgen Herr weiter aufs Gaspedal und waren von der TVP-Deckung kaum zu stoppen. Vor allem Niklas Ruß (neun Tore), Jannik Hohlweg (acht) und Robin Schmidt (sieben) traten vermehrt als Torschützen in Erscheinung. 

Die Offensivreihen dominierten auf beiden Seiten, der TuS verwaltete den Vorsprung souverän und baute ihn phasenweise sogar weiter aus. Mit insgesamt 79 Treffern sahen die Zuschauer ein wahres Tor-Spektakel, bei dem die Steißlinger am Ende verdient mit 44:35 triumphierten.

TV 1893 Neuhausen/E. vs. TSV 1866 Weinsberg 35:29 (18:10)

Es war wohl DIE Überraschung des Spieltags! Der Tabellenzweite aus Weinsberg kommt bei der Auswärtspartie in Neuhausen gar nicht in Tritt und muss einen herben Rückschlag im Aufstiegskampf hinnehmen. Bereits nach 13 Minuten und dem 6:3 durch Patrik Letzgus legte TSV-Trainer Edin Hadzimuhamedovic den grünen Karton auf den Zeitnehmertisch und bat seine Jungs zur Besprechung. Doch eine Besserung sollte sich nicht einstellen, ganz im Gegenteil: Neuhausen war viel griffiger, hatte mit Nadim Brockhaus, Valentin Mosdzien und Manuel Bauer unermüdliche Antreiber im Rückraum und mit Frieder Nothdurft auf Rechtsaußen und Matthias Götz am Kreis starke Abschlussspieler. Beim 18:10 wurden die Seiten gewechselt und der TSV benötigte zu diesem Zeitpunkt schon ein kleines Handballwunder, um das Spiel noch zu drehen.

Doch die Ermstäler legten zunächst nach, Matthias Götz und Patrik Letzgus erhöhten weiter auf 20:10. In der 37. Spielminute war der Vorsprung sogar auf elf Tore angewachsen. Die Fans rieben sich zwischenzeitlich verwundert die Augen aufgrund des wohl kaum für möglich gehaltenen Spielstands. Weinsberg verkürzte bis zur 52. Minute noch einmal auf minus sechs, doch wirklich Spannung kam in der Hofbühlhalle nicht mehr auf. So freute man sich beim TVN riesig über den ersten Heimsieg der Saison, während die Weinsberger durch die Niederlage auf den fünften Platz abrutschten und in dieser Trainingswoche wohl so einiges zu besprechen haben.

TSV Heiningen 1892 vs. HSG Willstätt/Hanauerland 38:27 (19:9)

Auch der Heimsieg der Staren über Willstätt war – vor allem in der Höhe – überraschend. Das Team von Hagen Gunzenhauser und Mike Wolz erwischte den deutlich besseren Start in die Partie und führte bereits nach einer Viertelstunde mit 10:3. „Wir haben von Minute eins an das gespielt, was wir uns vorgenommen hatten. Die Jungs haben es auch richtig gut gemacht. Wir hatten elf hundertprozentige Chancen in den ersten 20 Minuten blitzsauber erkämpft und herausgespielt – doch leider fehlten ein paar Prozent im Abschluss, um uns dafür zu belohnen“, analysierte HSG-Trainer Michael Bohn nach der Partie.

Auch wenn er mit dem Spiel seiner Mannschaft zufrieden war, erhöhte der TSV bis zur Halbzeitpause weiter, sodass die Heimmanschaft mit ganzen zehn Toren mehr als die HSG Willstätt/Hanauerland in die Kabine ging (19:9). Vor allem Linksaußen Moritz Fink zeigte sich treffsicher – egal ob vom Siebenmeterstrich oder aus dem laufenden Spiel heraus. 

Beim 34:20 war die Führung sogar auf 14 Tore angewachsen und die Partie war längst entschieden. Willstätt verkürzte zum Ende der Partie noch etwas, dennoch stand unter dem Strich eine deutliche Auswärtsniederlage. Das Team aus der Ortenau hofft nun schnellstmöglich auf die Rückkehr der wichtigen Stützen Dinko Dodig und Topscorer Lennart Cotic, welche die Partie in Heiningen krankheits- bzw. verletzungsbedingt verpassten.

TSB Schwäbisch Gmünd vs. HSG Albstadt 38:34 (18:15)

Am Sonntag richteten sich dann alle Augen auf das Topspiel des Wochenendes: Der Ligaprimus musste zum schweren Auswärtsspiel nach Schwäbisch Gmünd reisen.

Die Partie startete ausgeglichen aber gleich mit jeder Menge Intensität – denn beiden Teams war bewusst, welche Bedeutung dieses Aufeinandertreffen hat. So erzielte Albstadt zwar die ersten beiden Treffer, die Jets glichen aber umgehend aus und gingen durch Kai Schäffner mit 3:2 in Führung. In der Folge blieben die Hausherren am Drücker, Andreas Maier erzielte das 7:3, einige Zeigerumdrehungen später stellte Stefan Scholz auf 11:6. Der Tabellenführer ließ sich aber nicht abschütteln und war beim 18:15 zur Pause durch Patrick Lebherz weiter voll in Schlagdistanz.

Direkt nach Wiederanpfiff robbte sich die HSG durch Treffer von Lasse Fuchs und Gregor Thomann wieder an den TSB heran und bis zum 26:26 in der 45. Spielminute gab kein Team auch nur einen Zentimeter ab und so entwickelte sich ein Spiel auf Augenhöhe. Drei Jets-Treffer in Folge auf 29:26 stellten dann die Weichen für den Heimsieg, Albstadt kämpfte sich zwar wieder auf 30:29 heran, doch an diesem Abend sollten die Jets das glücklichere und bessere Ende für sich behalten. Denn erneut konnten die Männer von Aaron Fröhlich einen 3:0-Lauf aufs Feld legen und spätestens beim 37:32 durch Niklas Burtsche war allen in der Großen Sporthalle Schwäbisch Gmünd klar: die beiden Punkte bleiben bei den Jets.

Albstadt bleibt zwar weiterhin Tabellenführer, die Teams der Regionalliga sind nun aber noch enger zusammengerückt. Lediglich drei Punkte trennen Platz eins und sieben, der TSB Schwäbisch Gmünd lauert nun mit gleich vielen Minuspunkten wie Albstadt aber einem Spiel weniger auf dem Konto auf dem dritten Rang. Der Kampf um die Aufstiegsplätze ist also unheimlich spannend und spitzt sich in den kommenden Wochen weiter zu. Am nächsten Wochenende kommt es zum Beispiel zum nächsten Kracher, wenn die Jets die HSG Willstätt/Hanauerland zu Gast haben.

Foto: Gerald Oelze-de Stoppany