Regionalliga-Bericht Männer: Heiningen stürmt Weinstädter Festung, Jets verlieren beim "Angstgegner"
HSG Ostfildern vs. TVS 1907 Baden-Baden 34:38 (19:18)
Was am Anfang für den TVS gar nicht gut ausgesehen hatte, entwickelte sich nach und nach zu einer erfreulichen Angelegenheit mit einem Happy End. Die Gäste aus Baden-Baden legten nach dem Kantersieg (38:23) gegen Weinsberg bei der HSG Ostfildern nach und sicherten sich durch den 38:34-Auswärtserfolg zwei weitere wichtige Punkte im Kampf um eine Top-Platzierung.
Das Heimteam aus Ostfildern erwischte den deutlich besseren Start, lag nach zehn Minuten mit 9:5 vorne und schien beim 12:6 (13.) vorzeitig zu enteilen. Doch bis zum 17:17 glichen die Männer von Sandro Catak wieder aus und mussten anschließend nur einen knappen Halbzeitrückstand hinnehmen. Nach dem Seitenwechsel drehte der TVS die Partie dann endgültig, führte 24:30 und gewann letztlich verdient in Scharnhausen.
Heimlich, still und leise hat sich der TVS mit jetzt 23:13 Punkten als aktueller Tabellensechster an die Spitzengruppe herangearbeitet und mischt nun voll im Aufstiegsrennen mit.
SG Weinstadt vs. TSV Heiningen 1892 25:33 (10:16)
Erstmalig in dieser Saison ist es soweit: Ein Gästeteam kann zwei Punkte aus der Sporthalle Weinstadt-Beutelsbach entführen! Die Staren aus Heiningen liefern ein fulminantes Auswärtsspiel ab, geraten nie in Rückstand und gewinnen kontrolliert bei den Waschbären. Bester Werfer der Partie war einmal mehr TSV-Linksaußen Moritz Fink, welcher am Ende des Tages auf neun Tore kam. Er war es auch, der per Siebenmeter den Schlusspunkt zum 25:33 erzielte. Großer Jubel bei den Staren, Enttäuschung bei der SG über die erste Heimniederlage.
Mit nun 24:14 Punkten springen die Staren auf den vierten Platz – und stehen so gut da wie noch nie in dieser Spielzeit. Weinstadt liegt mit 20:14 Zählern auf Platz neun.
MTG Wangen vs. TV Plochingen 36:30 (15:12)
Richtungsweisende Partie und ein „4-Punkte-Spiel“ für Wangen und Plochingen im Tabellenkeller: Die von Tobias Müller trainierte MTG kann sich einmal mehr auf den Teamgeist und die volle Unterstützung der heimischen Anhänger verlassen und gewinnt vor 600 Fans mit 36:30 gegen den TVP.
Und das mit einem Start-Ziel-Sieg, denn nach dem 1:0 und 1:1 entwischte Wangen schnell auf 4:1 und ließ die Gäste nur beim 11:10 wieder schnuppern. Angeführt vom achtfachen Torschütze Elia Mayer hatte das Team aus dem Allgäu immer die richtigen Antworten parat und gewann letztlich verdient das Duell der abstiegsbedrohten Teams.
„Der Druck war schon relativ groß vor dem Spiel und ich bin froh, dass es geklappt hat“, freute sich auch Marius Mücke am Ende über die „solide Mannschaftsleistung“.
TSV 1866 Weinsberg vs. HC Neuenbürg 2000 33:24 (17:12)
Mit ordentlich Wut im Bauch aufgrund der vergangenen Niederlage sind die Männer von Edin Hadzimuhamedovic am Samstagabend in die Partie gegen die Foxes aus Neuenburg gegangen. Von Beginn an dominierten die Hausherren und gingen so schnell mit 9:5 in Führung. Bis zur Pause bleibt der Vorsprung relativ konstant, so dass beim 17:12 die Seiten gewechselt werden.
Nach der Teambesprechung legen die Gastgeber noch einmal eine Schippe drauf und kommen über eine stabile Deckung mit einem starken Torhüter Stefan Koppmeier immer wieder ins Tempospiel. So erzielte Tim Titzmann nach 40 gespielten Minuten das 25:15 und sorgte somit schon früh in der Partie für eine Vorentscheidung. Nils Eilers, Jan Pröllochs und Maximilian Zeisler waren mit jeweils sechs Treffern die besten Torschützen für den TSV, welcher nach der herben Niederlage in Baden-Baden direkt wieder in die Erfolgsspur zurückgekehrt ist.
TuS Steißlingen vs. TSB Schwäbisch Gmünd 36:32 (16:12)
Der TuS Steißlingen ist und bleibt der Angstgegner der Jets aus Schwäbisch Gmünd. Nach dem 33:35 im Hinspiel kann das Team vom Bodensee auch das Rückspiel für sich entscheiden. Beim 36:32 war das Heimteam jederzeit in Front und zeigte sich in bestechender Form. Mit einer bärenstarken Defensivleistung und schnellen Umschaltspiel erarbeitete man sich bis zur 16. Minute eine komfortable 11:5-Führung.
Dieser „Doppel-Sieg“ gegen einen der Aufstiegsaspiranten sorgt für ordentlich Bewegung im Tableau: Der TuS klettert mit nun 22:14 Punkten auf den siebten Platz der Regionalliga – also nur noch ganz knapp hinter den Jets, welche vom zweiten auf den fünften Tabellenplatz abrutschen. Am kommenden Sonntag (17 Uhr / Große Sporthalle) wartet die wohl schwerste Aufgabe: der Tabellenführer aus Albstadt gibt seine Visitenkarte ab.
HSG Willstätt/Hanauerland vs. TV 1893 Neuhausen/E. 37:36 (19:19)
Am Ende zählte für die HSG Willstätt/Hanauerland vor allem eines: die zwei Punkte. In einem nervenaufreibenden Regionalliga-Spiel setzte sich die HSG am Samstagabend vor heimischer Kulisse mit 37:36 (19:19) gegen den TV Neuhausen/E. durch. Ein Sieg, der hart erarbeitet war – und der die Willstätter in der Tabelle sogar auf Rang drei nach vorne brachte.
Dabei erwischten die Gäste den besseren Start ins Spiel, führten nach 23 Minuten mit 11:16, auch da die wurfgewaltigen Halbspieler Felix Stahl und Patrik Letzgus die Hanauerländer Defensive immer wieder vor Probleme stellten. Die Umstellung auf eine offensive 5:1-Formation brachte dann die Wende, beim 19:19 wurden die Seiten gewechselt, über 27:24 und 34:30 schien das Spiel in der Schlussphase auf einen sicheren Heimsieg zuzusteuern. Doch Neuhausen versuchte noch einmal alles, agierte mit einer offenen Manndeckung und hatte damit vollen Erfolg: Innerhalb weniger Sekunden schrumpfte der Vorsprung zusammen, Neuhausen kam bis auf 37:36 heran. Erst der Schlusspfiff erlöste Spieler, Trainer und Fans in der Hanauerlandhalle.
HSG Albstadt vs. SG Heddesheim 39:34 (21:16)
Nach dem Hinspiel gewinnt die HSG Albstadt auch das Rückspiel gegen die SG aus Heddesheim. Unter der Woche konnten noch die Verlängerungen von Gregor und Julian Thomann verkündet werden, am Wochenende folgte dann die Bestätigung, warum die Zwillinge so wichtige Stützen für ihr Team sind. Spielmacher Julian kam auf acht Treffer, Rechtsaußen Gregor steuerte sieben Tore zum souveränen Erfolg bei. Der beste Werfer der Partie war aber ein Gästespieler, denn Felix Kirschner traf insgesamt zehn Mal und stellte die HSG-Defensive immer wieder vor Probleme. Doch richtig gefährden konnten die roten Löwen das Team von der Schwäbischen Alb nicht, beim 23:20 war der Rückstand noch überschaubar, doch nähre ran konnte die SG sich nicht kämpfen. Letztlich gehen die zwei Punkte beim 39:34 an die Hausherren.
Nach der Niederlage zuletzt in Neuenbürg konnte die HSG also die richtige Antwort zeigen und leistete sich keinen weiteren Ausrutscher.
VfL Waiblingen vs. TSV 1899 Blaustein 43:27 (24:14)
Mit einer beeindruckenden Angriffsleistung hat der VfL Waiblingen Handball den TSV 1899 Blaustein am Samstagabend in die Schranken gewiesen. Beim deutlichen 43:27 (24:14)-Heimsieg glänzten die „Tigers“ vor allem durch ein perfektes Umschaltspiel und eine Leistungssteigerung in der Defensive.
Dabei sah es in der Anfangsphase keineswegs nach einem Spaziergang aus. Bis zur 16. Minute (11:10) hielten die Gäste aus Blaustein ordentlich mit. Die Waiblinger Abwehr wirkte in dieser Phase noch nicht gallig genug und ließ den Gästen zu viele Räume. Doch dann legten die Hausherren den Schalter um.
Spätestens mit einem 6:0-Lauf nach dem Seitenwechsel zum 26:14 war die Messe in der Rundsporthalle gelesen. Blaustein hatte dem Tempo-Handball der Tigers nichts mehr entgegenzusetzen. Über 30:18 und 37:22 schraubte der VfL das Ergebnis in die Höhe, bis am Ende ein souveräner 43:27-Erfolg auf der Anzeigetafel stand.
Foto: Jens Körner