Regionalliga-Bericht Männer: Buzzer-Beater und Kantersiege
HSG Willstätt/Hanauerland vs. TSV 1866 Weinsberg 31:32 (14:14)
Dramatisches Finish in Willstätt! In einem wahnsinnig spannenden Spiel konnte sich keins der beiden Teams bis in die Schlusssekunden absetzen. Beim Stand von 31:31 hatten die Gäste aus Weinsberg dann die Chance auf die zwei Punkte. Nachdem Willstätts Abwehr lange stand hielt, fasste sich TSV-Spielmacher Jan Pröllochs ein Herz und traf per sehenswertem Unterarmwurf zum vielumjubelten 31:32.
Der TSV Weinsberg wahrt somit weiterhin die Chancen auf den Aufstieg, denn beide Teams haben nun 34:20 Punkte auf dem Konto. Bei noch drei ausstehenden Spielen sind beide Teams aber auf Niederlagen der Konkurrenz angewiesen: „Realistisch betrachtet war es das mit dem Aufstieg – auch wenn rechnerisch noch etwas möglich ist“, ordnete HSG-Trainer Michael Bohn die Situation nach dem Spiel ein.
HSG Albstadt vs. HSG Ostfildern 42:41 (19:21)
Ähnlich spannend ging es zwischen Albstadt und Ostfildern zu: in einem torreichen Spiel konnten sich die Gäste zwar zwischenzeitlich einen 4-Tore-Vorsprung erspielen, beim 26:26 durch den zehnfachen Torschützen Lasse Fuchs war die Partie aber wieder komplett ausgeglichen. In einer nervenaufreibenden Crunchtime war es dann Patrick Lebherz, der drei Sekunden vor Schluss den 42:41-Siegtreffer für die heimische HSG erzielte.
Nach dem 18. Saisonsieg geht es für die HSG Albstadt nächsten Samstagabend um 20:00 Uhr auswärts gegen den TSV 1899 Blaustein (Hinspiel: 44:29 gewonnen). Die HSG Ostfildern hingegen trifft heute im Nachholspiel auf Waiblingen.
MTG Wangen vs. VfL Waiblingen Handball 28:29 (14:18)
Eben diese Tigers aus Waiblingen konnten am vergangenen Spieltag wichtige Zähler im Abstiegskampf sammeln.
Beim 14:18-Pausenstand standen die Zeichen auf Auswärtssieg, doch Wangen zog nach dem Seitenwechsel mit einem 6:0-Lauf an Waiblingen vorbei. Doch die Tigers schlugen zurück und als Martin Lübke das 27:29 erzielte, hatten die Gäste endgültig die besseren Karten. Manuel Kuhnt verkürzte zwar zwei Minuten vor Schluss, doch da kein weiterer Treffer mehr fiel, gingen die beiden Zähler an die Gäste.
Somit ist Waiblingen nun wieder drei Punkte vor dem TV Neuhausen und hat am heutigen Abend die Gelegenheit im Nachholspiel gegen Ostfildern direkt nachzulegen und somit einen großen Schritt in Richtung sicheren Klassenerhalt zu machen.
TuS Steißlingen vs. TSV 1899 Blaustein 43:26 (22:8)
In einer einseitigen Partie gegen den Tabellenletzten aus Blaustein feierte das Team von Jürgen Herr einen ungefährdeten 43:26-Kantersieg. Dabei wurde die Pflichtaufgabe nicht nur erfüllt, sondern mit einer beeindruckenden Spielfreude untermauert.
Mit einem bärenstarken Lauf zog der TuS bereits in der Anfangsphase davon. Die Defensive stand felsenfest und im Angriff wurde jede Lücke konsequent genutzt. Beim Stand von 22:8 zur Halbzeit war die Messe im Mindlestal faktisch bereits gelesen – die Gäste aus Blaustein fanden zu keiner Sekunde ein Mittel gegen die dominante Spielweise der Hausherren.
Trotz zahlreicher Wechsel blieb der Spielfluss erhalten, und die Führung wurde souverän bis zum 43:26-Endstand verwaltet. Beim klaren Heimsieg trafen Florian Riegler, Luca Wilke und Robin Schmidt mit jeweils acht Toren am Besten.
SG Weinstadt vs. TVS 1907 Baden-Baden 26:28 (12:14)
Der TVS 1907 Baden-Baden mischt weiter im Aufstiegskampf zur Dritten Liga mit. Die Schützlinge von Trainer Sandro Catak gewannen bei der SG Weinstadt mit 28:26 (14:12) und liegen damit nach wie vor gleichauf mit dem Tabellenzweiten HSG Albstadt (je 37:17 Punkte).
In einer Partie, die von zahlreichen Fehlern auf beiden Seiten geprägt war, gerieten die Sandweierer zwar nie in Rückstand, schafften es allerdings auch nicht, sich frühzeitig vorentscheidend abzusetzen. Zwar schien bei der 21:16-Führung des TVS in der 41. Minute alles auf einen Auswärtserfolg hinzudeuten, der vermeintlich sichere Vorsprung war beim 23:23 (51.) aber wieder verspielt.
Die turbulente Schlussphase war dann nichts für schwache Nerven. Bis zur 56. Minute war beim 26:26 noch alles offen, ehe Luis Klingler und Jeremias Seebacher mit ihren Treffern zum 28:26-Endstand den Sieg endgültig in trockene Tücher brachten.
TVS-Trainer Sandro Catak atmete nach dem Abpfiff erst einmal kräftig durch: „Das war ein Wellenbad mit Höhen und Tiefen. Torhüter Dominik Merz war unser Rückhalt. Was zählt, sind am Ende die Punkte und die nehmen wir mit nach Hause.“
TV Plochingen vs. HC Neuenbürg 2000 33:30 (13:15)
Auch wenn es schwer wird, noch Plätze gut zu machen, so war der Heimsieg gegen Neuenbürg dennoch ein "emotionales Ausrufezeichen", wie die Plochinger auf ihren Kanälen schreiben.
Zur Pause führten die Foxes noch mit 13:15, ein 3:0-Lauf der Hausherren drehte aber die Partie und die Plochinger gaben die Führung bis zum Ende nicht mehr aus der Hand. Spätestens als der achtfache Torschütze Cedric Hauff zum 32:29 traf, war die Messe gelesen.
Plochingen trifft als nächstes auswärts auf Heddesheim (Hinspiel: 31:32 verloren). Der HC Neuenbürg 2000 empfängt den TSV Heiningen in der heimischen Halle.
TSV Heiningen 1892 vs. TV 1893 Neuhausen/E. 37:34 (19:11)
Die Staren konnten in der Partie gegen Neuhausen dank eines Blitzstartes früh klar in Führung gehen. Beim Stand von 6:1 in Minute 6 sah sich TVN-Trainer Toni Lutter gezwungen seine erste Auszeit zu nehmen. Doch bis zum Pausenpfiff bestimmte weiterhin der TSV das Spielgeschehen und enteilte auf 19:11.
Wer aber nun dachte, das Spiel sei entschieden, der sah sich getäuscht: Tor um Tor konnten die Gäste den Abstand vom zwischenzeitlichen 24:15 auf ein 26:21 und in Minute 50 auf ein 29:28 verkürzen. Doch in einer spannenden Schlussphase konnten die Staren das Momentum nochmals drehen und schlussendlich mit 37:34 den Heimsieg feiern.
„Es war unnötig, dass wir die 9-Tore-Führung nochmal so verspielen und das Spiel nochmal so knapp machen lassen. Gerade wenn man bedenkt, was für uns noch drin ist dürfen wir uns keine Ausrutscher erlauben. Ich bin froh, dass wir die Kurve noch bekommen haben und zwei Punkte einfahren konnten“ – erzählte Torhüter Manuel Weinbuch, welcher 3 Tore zum Heimsieg beisteuern konnte.
TSB Schwäbisch Gmünd vs. SG Heddesheim 37:23 (18:15)
Unaufhaltsam marschiert der TSB Gmünd in Richtung 3. Liga. Die Gäste von der SG Heddesheim können das hohe Tempo nur 25 Minuten lang mitgehen, danach dominiert der Tabellenführer bis zum 37:23 (18:15) und ist nur noch einen Sieg von der Meisterschaft entfernt.
Heddesheim agierte fast durchgehend mit einem zusätzlichen Feldspieler im Angriff. Ein Mittel, auf das der TSB trotz detaillierter Vorbereitung zunächst nicht die richtigen Antworten fand. Bis zum 14:14 (24.) war die Partie völlig ausgeglichen. Der TSB legte vor, die Gäste glichen immer wieder postwendend aus.
„Umso länger das Spiel ging, umso besser haben wir es gelöst“, zeigte sich Fröhlich zufrieden. Nur bis zum 23:21 (38.) lag Spannung in der Luft. Zehn Minuten lang ließ der TSB keinen Gegentreffer zu, durch sieben Tore in Folge bis zum 30:21 (46.) war alles entschieden. Die Jets brachten den Sieg souverän über die Bühne, die Spieler hüpften euphorisch im Kreis zum minutenlangen Applaus der knapp 1000 Zuschauer.
Am kommenden Samstag hat das Team von Aaron Fröhlich den ersten Meister-Matchball, wenn seine Schützlinge auf den TV Neuhausen treffen.
Foto: Immer