Haushahn Final4 2026: "Alle Mannschaften haben die gleichen Chancen"
Stuttgart, 02.März 2026
Die vier aktuell besten Mannschaften der Alsco Handball Bundesliga Frauen kämpfen am übernächsten Wochenende um eine wichtige Trophäe: Beim Haushahn Final4 in der Stuttgarter Porsche-Arena geht es am 14./15. März um den DHB-Pokal der Frauen.
Im digitalen Medientermin am Montag wurden von Trainern und Spielerinnen aller Teilnehmer hervorgehoben, wie ausgeglichen das Haushahn Final4 in diesem Jahr ist. „Es ist komplett offen, es kann alles passieren, alle Mannschaften haben die gleichen Chancen und hätten den Titel auch alle verdient. Jeder will ins Finale, und wenn du im Finale bist, willst du das auch gewinnen“, umschrieb THC-Trainer Herbert Müller die sportlichen Rahmenbedingungen stellvertretend für alle Teams. Seine Mannschaft hat durch den hauchdünnen 31:30-Erfolg beim Supercup in München über die HSG Blomberg-Lippe bereits den ersten Titel gewonnen. „Jetzt wollen wir auch den Pokal, der Supercup hat uns heiß gemacht, aber das wird angesichts der starken Gegner unglaublich spannend“, sagte THC-Torfrau Laura Kuske: „Wir freuen uns definitiv auf Stuttgart.“
Als die Thüringerinnen 2019 den Pokal nach einem dramatischen Finale gegen die SG BBM Bietigheim gewannen, stand Meike Schmelzer auf dem Siegerpodest, am 14. März trifft sie mit ihrem neuen Klub HSG Bensheim/Auerbach auf ihren Ex-Verein: „Wir haben eine tolle Mannschaft und haben große Lust, den THC zu schlagen, ins Finale einziehen und dann hoffentlich den ersten Titel in der Vereinsgeschichte zu gewinnen“, sagte die Kreisläuferin, die sich vor allem auf das Duell gegen ihren Ex-Trainer freut: „Ich kenne Herbert sehr gut, er kennt mich sehr gut. Wir gehen mit einer Riesenmotivation ins Turnier, bei dem die Chancen für jede Mannschaft 1:4 stehen.“
Dass ihre Mannschaft im Gegensatz zu den drei übrigen Final4-Teilnehmern im Januar und Februar nicht im Europapokal im Einsatz war, sieht Schmelzer weder als Vorteil, noch als Nachteil: „Die Erfahrung aus Europapokalspiele bringt dich immer weiter, dafür hatten wir nicht die Belastung, das wiegt sich gegenseitig auf.“ Im Gegensatz zu Meike Schmelzer ist es für Flames-Trainerin Ilka Fickinger das erste Pokal-Finalturnier: „Ich habe eine Riesenvorfreude, weil ich das noch nie miterlebt habe, das ist ein Riesenevent für den ganzen Verein.“ Die Trainerin hofft, dass Nationalspielerin Mareike Thomaier bis zum Haushahn Final4 wieder fit ist und ihr Team ansatzweise in Bestbesetzung spielen kann. „Viel hängt von der Tagesform ab. Wir haben zwei Wochen Zeit uns vorzubereiten, damit wir in den Flow kommen. Dazu setzen wir auch auf eine Mentaltrainerin“, sagt Fickinger.
Zwei Halbfinal-Kontrahentinnen waren indes gemeinsam zum Medientermin zugeschaltet: Alina Grijseels (Dortmund) und Nieke Kühne (Blomberg) meldeten sich vom Nationalmannschaftslehrgang in Großwallstadt, wo sich die Vize-Weltmeisterinnen derzeit auf den Doppelpack gegen Slowenien in der EM-Qualifikation vorbereiten. Kühne stand mit der HSG im Vorjahr im Finale, während es für Grijseels nach ihrer Rückkehr zu Borussia Dortmund das erste Final4 überhaupt in Stuttgart ist. Eine von beiden wird am 15. März im Pokalfinale stehen – in jener Porsche-Arena, wo das Wintermärchen bei der Heim-WM mit drei Vorrundensiegen Ende November gestartet war. „Das ist schon besonders, wieder nach Stuttgart zurückzukommen, auch wenn es ein anderer Rahmen ist und wir mit dem Verein antreten“, sagte Kühne. Das sieht Grijseels ähnlich: „In der Porsche-Arena haben wir den Grundstein für unseren Erfolg gelegt, das waren besondere Spiele vor vollem Haus. Ich hoffe auch im Pokal auf viele Zuschauer, aber das ist, wie Nieke schon sagte, ein anderes Turnier, mit anderen Gegnern.“
In der Liga hat Dortmund das Hinspiel gegen Blomberg gewonnen, liegt in der Tabelle einen Punkt vor der HSG: „Und daher ist Dortmund ist ein bisschen favorisiert. Die Tagesform ist entscheidend, beide Mannschaften werden sich nichts schenken“, ist sich Kühne sicher, die für sich persönlich erhofft „beim zweiten Final4 nicht so aufgeregt zu sein wie bei der Premiere im Vorjahr“. Dass es ein enges Halbfinale wird, erwartet auch Alina Grijseels: „Blomberg ist kein leichter Gegner. Wir wissen, was sie können, aber wir wollen es wie in der Liga machen. Keine Mannschaft fährt zum Final4, weil es so schön ist, dabei zu sein, sondern alle vier wollen den Titel. Wir konzentrieren uns auf uns und wollen mit einer bestmöglichen Leistung den ersten Schritt zum Titel mit dem Finaleinzug gestalten.“
Die Trainer beider Halbfinalisten hatten mit ihren Teams im Vorjahr gegen Ludwigsburg verloren, Dortmund ganz knapp im Halbfinale, Blomberg etwas deutlicher im Finale. Ohne den Titelverteidiger erwarten auch Henk Groener (Dortmund) und Steffen Birkner (Blomberg) ein ausgeglichenes Haushahn Final4 2026: „So groß sind die Unterschiede zwischen den vier besten Teams der Liga nicht. Die Tür ist für alle vier offen, du musst an beiden Tagen gute Leistungen bringen, um eine Chance zu haben. Wir wollen ins Endspiel und den Pokal gewinnen“, sagte Groener. „Alle Teams streben nach dem maximalen Erfolg, alle brauchen perfektes Wochenende um etwas mitzunehmen. Wir treffen im Halbfinale auf einen bärenstarken Gegner. Dortmund hat uns in der Liga in die Schranken gewiesen, jetzt wollen wir es in Stuttgart besser machen als in der Liga“, sagt Birkner.
Auch wenn zum ersten Mal seit der Final4-Premiere in Stuttgart 2018 kein Verein aus Baden-Württemberg am Start ist, sind nicht nur einige schwäbische Spielerinnen in allen vier Klubs am Start, sondern das Zuschauerinteresse ist ungebrochen hoch. „Für den Samstag sind bereits über 2500 Karten verkauft, für Sonntag über 3000“, sagte Christoph Wendt, Geschäftsführer der Alsco HBF. Zwei Spielerinnen, die anno 2026 am Start sind, hatten ein Jahr zuvor mit Ludwigsburg den Titel gewonnen: Blombergs Torfrau Nicole Roth und Bensheims Spielmacherin Mareike Thomaier. Daneben bringen auch Jana Scheib (THC) als Matchwinnerin beim Metzinger Pokalsieg 2024, BVB-Torfrau Sarah Wachter als gebürtige Stuttgarterin und die Flames-Schwäbin Lena Degenhardt Lokalkolorit in Stuttgart mit.
Aufgrund der Tabellenkonstellation ist die Vorfreude auch bei Christoph Wendt riesig: „Das Teilnehmerfeld könnte nicht besser sein, wir sehen die Top 4 der Liga. Das ist Hochspannung garantiert.“
Auch die TV-Zuschauer können sich freuen: Beide Halbfinals und das Endspiel vom Haushahn Final4 werden von DF1 im Free-TV übertragen, daneben gibt es alle Partien online bei Dyn und Sporteurope.TV.
Tickets für das Haushahn Final4 sind noch bei Ticketmaster und Easy Ticket erhältlich. Alle Infos zum Haushahn Final4 sind unter www.alsco-hbf.de abrufbar.
Quelle: Alsco HBF
Foto: Wolf