Gislason nominiert Kader für Ägypten-Spiele

  04.03.2026    Leistungssport
Erster Vergleich mit Afrikameister exakt 300 Tage vor dem Auftakt der Heim-WM

Das Silber der Europameisterschaft ist seit dem 1. Februar glänzende Geschichte, die Heim-Weltmeisterschaft 2027 leuchtet als neue Mission am Horizont – und der Weg beginnt für die deutsche Handball-Nationalmannschaft mit zwei Länderspielen gegen Afrikameister Ägypten. Für diese Partien hat Bundestrainer Alfred Gislason am heutigen Mittwoch 17 Spieler nominiert. Kapitän Johannes Golla und 14 weitere Medaillengewinner fordern Ägypten sowohl in der Dortmunder Westfalenhalle (Donnerstag, 19. März, 18.15 Uhr) als auch in der Bremer ÖVB-Arena (Sonntag, 22. März, 15.30 Uhr) heraus – beide Partien werden via ProSieben im Free-TV übertragen.

„Im Vergleich zur EM passen wir nur Nuancen an. Der Kern unserer Nationalmannschaft ist gewachsen und muss zusammen weiter reifen. Dafür werden wir auf dem Weg zur Heim-WM jede Gelegenheit nutzen“, sagt Bundestrainer Alfred Gislason. „Ägypten passt als Gegner sehr gut, denn wir werden von einer Weltklassemannschaft einige ungewohnte Aufgaben gestellt bekommen. Sie machen nach Dänemark und Frankreich den größten Druck aus dem Rückraum. Diese Spiele werden uns fordern.“

Der erste Vergleich in der Westfalenhalle steigt exakt 100 Tage nach dem erfolgreichen WM-Viertelfinale der Frauen-Nationalmannschaft und genau 300 Tage vor dem Auftaktspiel der Heim-WM am 13. Januar 2027. „Es geht los“, sagt Ingo Meckes, Vorstand Sport des Deutschen Handballbundes. „Wir starten in die Vorbereitung der Heim-Weltmeisterschaft. Ab sofort zahlt alles, was wir tun, auf den kommenden Januar ein. Spiele gegen eine Weltklassemannschaft wie Ägypten bringen uns weiter.“

Die Kontinuität im Kader empfindet dabei auch Benjamin Chatton als eine Schlüsselqualität. „Mit diesem Team haben wir im Januar eine erfolgreiche Europameisterschaft gespielt“, sagt der Nationalmannschaftsmanager. „Wir haben die große Chance, in dieser gewachsenen Formation weiter zusammenzuspielen. Im gesamten Team entwickeln sich auf und neben dem Spielfeld immer mehr Automatismen. Solche Kontinuität in der Personalplanung ist ein Erfolgsfaktor im Sport. Den wollen wir für uns nutzen und unsere Mannschaft möglichst nur punktuell ergänzen.“

Im Vergleich zum EM-Kader gibt es lediglich drei Änderungen: Auf Linksaußen kehrt Tim Freihöfer für Rune Dahmke zurück. Der verletzt in die EM gestartete Nils Lichtlein steht fürs aktuelle Aufgebot nicht zur Verfügung. Andreas Wolff, als Torwart im All Star Team der EHF EURO 2026, räumt im März seinen Platz, um Spielzeit sowohl für David Späth als auch Debütant Lasse Ludwig freizugeben. Letzterer weilte Ende Oktober erstmals als Trainingsgast beim A-Team.

Als Gast wird nun U19-Weltmeister Rasmus Ankermann während des am Montag, 16. März, Lehrgangs nach Dortmund reisen. Der 18-jährige Rückraumlinke des THW Kiel erhält die Chance, sich im Training zu zeigen – geplant ist dann sein Wechsel zur U20-Nationalmannschaft, die zum Ende der internationalen Woche zwei Länderspiele gegen Österreich bestreiten wird.

„Das frühzeitige Kennenlernen ist für Rasmus und uns wertvoll und Teil der konzeptionellen Arbeit“, sagt Meckes. „Wir bilden unsere Top-Talente gemeinsam mit den Vereinen so aus, dass ihr Weg in die A-Nationalmannschaft führen kann. Diese Perspektive sollen sie frühzeitig spüren und eine solche Einladung als Ansporn für die weitere Arbeit verstehen.“

Dass die Länderspiele gegen Ägypten nicht nur für Debütant Ludwig ein atmosphärisches Erlebnis werden, hofft auch Gislason. „Ich freue mich auf die Jungs und in den beiden Spielen auch auf unsere Fans in Dortmund und Bremen.“ An beiden Standorten sind aufgrund der hohen Nachfrage aktuell nur noch Restkarten verfügbar.

Das aktuelle Aufgebot der Handball-Nationalmannschaft:

Tor: David Späth (Rhein-Neckar Löwen), Lasse Ludwig (Füchse Berlin)

Feld: Tim Freihöfer (Füchse Berlin), Lukas Mertens (SC Magdeburg), Matthes Langhoff (Füchse Berlin), Miro Schluroff (VfL Gummersbach), Marko Grgic (SG Flensburg-Handewitt), Juri Knorr (Aalborg Handbold/DEN), Julian Köster (VfL Gummersbach), Renars Uscins (TSV Hannover-Burgdorf), Franz Semper (SC DHfK Leipzig), Lukas Zerbe (THW Kiel), Mathis Häseler (VfL Gummersbach), Tom Kiesler (VfL Gummersbach), Johannes Golla (SG Flensburg-Handewitt), Justus Fischer (TSV Hannover-Burgdorf), Jannik Kohlbacher (Rhein-Neckar Löwen) 

Quelle: DHB
Foto: Wolf