Ein erfreulicher Anstieg - Schiedsrichterzahlen steigen wieder

  31.07.2026    Spieltechnik
Seit 2004 erhebt der Deutsche Handballbund einmal im Jahr die Schiedsrichterzahlen aus den Landesverbänden. Nach einem lange kontinuierlichen Sinkflug mit einem pandemiebedingten Absturz weisen die Zahlen inzwischen deutlich nach oben.

Selten dürfte Jutta Ehrmann seit ihrem Amtsantritt im Sommer 2021 beim Blick auf die Schiedsrichterzahlen in Deutschland so zufrieden gewesen sein wie in diesem Frühjahr. Zum Stichtag 31.12.2025 meldeten die Landesverbände insgesamt 23.236 Unparteiische. Das sind 4.170 Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter mehr als noch zwei Jahre zuvor, als mit 19.066 der bisherige Tiefpunkt erreicht war.

„Es freut mich sehr, dass wir den Turnaround geschafft haben und die Schiedsrichterzahlen bundesweit steigern konnten", kommentiert Ehrmann. „Die Maßnahmen wie ‚Hands up for more' und ‚Basis trifft Spitze' tragen Früchte und haben einen großen Anteil daran. Eine so deutlich verbesserte Gesamtzahl ist auch für die Spitze wichtig, denn ohne die Breite gewinnen wir keine Talente für den Deutschen Handballbund."

Die gestiegene Zahl einen Turnaround zu nennen, ist nicht übertrieben. Die Gesamtzahl der Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter im Deutschen Handballbund zeigte über zwei Jahrzehnte in erster Linie in eine Richtung: nach unten. Von 30.156 Unparteiischen im Jahr 2007 (Bestwert seit Beginn der Erhebung) sank die Zahl bis 2023 auf 19.066 – ein Minus von über 36 Prozent. Einen großen Anteil daran hatte die Corona-Pandemie, die zwischen 2020 und 2022 nach dem kontinuierlichen Sinkflug der Vorjahre zu einem abrupten Einbruch führte.

Inzwischen zeigt die Entwicklung jedoch vorsichtig nach oben; erstmals seit 2022 liegt die Zahl wieder über der 20.000-Marke. Einen großen Anteil daran hat der neue Baden-Württembergische Handball-Verband, der einen besonders starken Anstieg meldete. Hierbei ist anzumerken, dass es sich mit 5.476 Schiedsrichtern um alle spielleitenden Personen also vom KiHaSl und JuHaSl bis zum Schiedsrichter dreht, also analog der SR Modelle ab 14 in anderen Landesverbänden. 

Ebenfalls beachtenswert: Während die Gesamtzahl rückläufig war, zeigte sich bei den weiblichen Unparteiischen ein stabiler bis wachsender Anteil. 2025 stieg die Zahl der Schiedsrichterinnen auf 6.180 – ein Rekordwert im Betrachtungszeitraum ab 2013. Inzwischen liegt der Anteil der Schiedsrichterinnen in einigen Verbänden bei über 25 Prozent.

„Wir dürfen uns jetzt aber nicht darauf ausruhen, sondern müssen dranbleiben, um die Zahlen bundesweit zu stabilisieren und weiter auszubauen", betont Ehrmann. „Dafür ist es enorm wichtig, dass wir als Schiedsrichterwesen auch in Zukunft präsent sind und eingebunden werden – wie beim Engagementfestival vor wenigen Wochen. Als Schiedsrichter gehören wir zum Sport dazu. Das wollen wir zeigen und durch unsere Vorbilder Lust auf das Pfeifen machen. Wenn uns das weiter gelingt und künftig noch mehr Erwachsene und Jugendliche aus Überzeugung zur Pfeife greifen wollen, gewinnt unsere ganze Sportart."

Infos zur Schiedsrichter-Ausbildung

Die Schiedsrichterzahlen 2025

(als Vergleich mit der Gesamtzahl von 2023)

Quelle: DHB
Foto: Wild