Alfred Gislason bleibt bis 2028
Die Frage nach der Zukunft von Alfred Gislason als Bundestrainer der deutschen Handball-Nationalmannschaft ist geklärt. Der 66-jährige Isländer bleibt über die Heim-Weltmeisterschaft 2027 hinaus Chef auf der Bank – damit rücken sowohl die EHF EURO 2028 als auch die Olympischen Spiele in Los Angeles als weitere Großturniere auf seine Agenda. Der neue Vertrag, den Gislason und der Deutsche Handballbund geschlossen haben, datiert bis zum Abschluss der Olympischen Spiele 2028. Gislason, seit Februar 2020 als Bundestrainer für die deutsche Handball-Nationalmannschaft verantwortlich, führte Deutschlands Handballer 2024 ins Olympiafinale sowie 2026 ins Endspiel der Europameisterschaft und damit zu den ersten Medaillen nach EM-Gold und Olympiabronze 2016.
„Alfred ist nicht nur ein beindruckender Trainer, sondern auch ein in jeder Hinsicht verlässlicher Mensch. Das spiegelt sich im Austausch der vergangenen Wochen wider, der mit gegenseitigem Vertrauen und großer Ruhe zum Ziel geführt hat“, sagt Ingo Meckes, Vorstand Sport des Deutschen Handballbundes. „Dass Alfred Gislason unser Bundestrainer bleibt und damit die komplette Olympiade verantwortet, ist schlüssig. Er hat unsere Nationalmannschaft in den vergangenen Jahren mit zahlreichen Spielern der Jahrgänge 2000 und jünger runderneuert und damit über die WM 2027 hinaus aufgestellt. Mit den Olympischen Spielen 2028 kann Alfred sein Werk für den deutschen Handball vollenden.“
Aus dem ersten Aufgebot, mit dem Alfred Gislason im März 2020 in seine Zeit als Bundestrainer startete, standen sechs Jahre später beim Gewinn der EM-Silbermedaille lediglich Torwart Andreas Wolff, die Kreisläufer Johannes Golla und Jannik Kohlbacher sowie Linkshänder Franz Semper und der damals als Ersatz erstmals nominierte Juri Knorr im Team. Alle weiteren etablierten sich erst unter dem Isländer in der Nationalmannschaft. „Bundestrainer der deutschen Handball-Nationalmannschaft zu sein, ist mehr als ein Beruf – das erfahre ich bei jedem Heimspiel wie zuletzt mit 19.750 Fans in Köln“, sagt Gislason. „Es war mein Auftrag, die Nationalmannschaft zu erneuern. Das ist uns gelungen. Ich bin dankbar für das Vertrauen, diese Arbeit bis 2028 fortsetzen zu dürfen. Und ich bin davon überzeugt, mit unseren Spielern den letzten Schritt gehen zu können. Die Silbermedaillen bei den Olympischen Spielen 2024 und der Europameisterschaft 2026 spornen uns alle an. Unsere Geschichte ist noch lange nicht auserzählt.“
Andreas Michelmann, Präsident des Deutschen Handballbundes, sagt: „Ich freue mich für den deutschen Handball, uns und Alfred, dass wir miteinander diese Vertragsverlängerung erreicht haben. Neben seinen handballerischen Qualitäten ist und bleibt Alfred der Fels in der Brandung. Seine Stabilität gibt uns in diesen immer aufgeregter werdenden Zeiten Gelassenheit und damit zusätzliche Sicherheit. Ich danke unserem Vorstand Sport Ingo Meckes für den klaren, gut strukturierten und gründlichen Prozess, den wir wie geplant rechtzeitig vor dem Sommer abgeschlossen haben.“
Der Rechtshänder Gislason bestritt 190 Länderspiele für Island und gewann mit TUSEM Essen in den achtziger Jahren zweimal die Deutsche Meisterschaft sowie einmal den DHB-Pokal. Nach seiner Spielerkarriere entwickelte sich der Historiker zu einem der erfolgreichsten Vereinstrainer im Welthandball. Mit dem SC Magdeburg (2002) und dem THW Kiel (2010 und 2012) gewann er dreimal die Champions League. In die Erfolgsbilanz gehen neben weiteren Trophäen unter anderem sieben Deutsche Meisterschaften und sechs Erfolge im DHB-Pokal ein. Nach Stationen in Hameln, Magdeburg und Gummersbach steuerte er von 2008 bis 2019 den THW Kiel.
Von 2006 bis 2008 war er Trainer seines Heimatlandes Island, für das er 1984 bei den Olympischen Spielen in Los Angeles erstmals auf der Weltbühne auftrat – dieser Kreis soll sich 2028 bei den nächsten Olympischen Spielen an der amerikanischen Westküste schließen. Doch zunächst richtet sich Gislasons Blick auf die Heim-WM und die Auslosung der Vorrundengruppen am 10. Juni im Münchener Hofbräuhaus.
Quelle: DHB
Foto: Wolf